Audi-Rekord dank China-Boom

21. Februar 2003, 19:20
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Siebtes Rekordjahr in Folge: Stärken in Europa und vor allem China - Doch in den USA fahren den Ingolstädtern BMW, Mercedes und Lexus den Rang ab

Wien - Im Windschatten pompöser Selbstinszenierungen von Mercedes und BMW fuhr sich Audi klammheimlich nach vorne. 741.700 verkaufte Autos wird die Jahresbilanz 2002 ausweisen - wenige hätten dies vor zehn Jahren für möglich gehalten. Doch auf dem größten Automarkt der Welt, den USA, hat die bayerische VW-Premiummarke Schwächen. Dies bestätigt Audi-Vertriebschef Georg Flandorfer im STANDARD-Gespräch im Vorfeld der Bilanzpräsentation am Dienstag.

Die nackten Zahlen sind zwar beeindruckend: 85.700 verkaufte Audis von New York bis L.A., das ist neuer Rekord und bedeutet 2,9 Prozent mehr als 2001. Doch die Konkurrenten BMW und Mercedes schaffen mehr: 232.100 Autos setzte BMW drüben ab, Mercedes meldet 213.200 Sternenautos sold in USA. Hauptgrund: Beide bauen seit Jahren speziell für den US-Geschmack entworfene Autos, die den SUV-Boom weiter anheizen - Mercedes M-Klasse, BMW X5. Dass sich auch deren andere Fahrzeuge gut verkaufen, hat mit der weltweiten Sonderkonjunktur der Luxusmarken zu tun.

"Crossover"-Segment

Nun will Audi mit dem Pikes Peak kontern. Der Siebensitzer passt ins nagelneue "Crossover"-Segment (vermengt Eigenschaften diverser Autogattungen, hier etwa jene von sportlicher Reiselimousine, Minivan, Allradler) und liegt damit nahe am Mercedes GST (ab Ende 2004). "Wir sind wild entschlossen, dieses Auto zu bringen", sagt Flandorfer. Marktauftritt: vermutlich 2005. 2006 soll ein kleinerer SUV folgen. Angesichts dessen und des Booms deutscher Premiummarken plant Audi die Verdoppelung seines Absatzes in den USA bis 2008.

Absatz in China wächst rasant

Der Absatz verteilt sich zu einem Drittel auf Deutschland, stagniert hier auf hohem Niveau. Zweitgrößter Kunde: USA (85.700 Autos), Tendenz: wachsend. Nummer drei sei China (36.000), Tendenz: rasant wachsend. 2004 will der Vertriebschef 50.000 Stück in China verkaufen, er hält danach 100.000 für realistisch, denn Ende 2004 laufe die A4-Produktion an. Der A6 wird bereits in China CKD-gefertigt (completely knocked down: In Deutschland zerlegte Autos werden wieder zusammengebaut; Anm.). Und: "Wir haben in China von Anfang an Geld verdient."

Flandorfer schließt nicht aus, dass künftig wieder Audis auch bei Magna in Graz gebaut werden. Man schätze die Österreicher als Partner außerordentlich. Im Moment sei allerdings der Outsourcing-Trend gebrochen, die Hersteller gingen wieder dazu über, Leistungen wieder in den Konzern hereinzuholen. (Andreas Stockinger, DER STANDARD, Printausgabe 22.2.2003)

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    Soll die Absätze in den USA wachsen lassen. Der "Pikes Peak".

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