Slowakische Nationalisten fordern freiwillige Sterilisierung für Roma

21. Februar 2003, 18:44
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PSNS-Chef Jan Slota: 474 Euro für jeden Mann, der sich unfruchtbar machen lässt

Preßburg - Die Echte Slowakische Nationalpartei (PSNS) hat eine staatliche Belohnung für männliche Roma vorgeschlagen, die sich unfruchtbar machen lassen. "Der Staat soll die freiwillige Sterilisierung von Roma-Männern honorieren", sagte PSNS-Chef Jan Slota am Freitag (heute) auf einer Pressekonferenz in Preßburg. Jeder Roma, der sich freiwillig sterilisieren lasse, solle demnach 20.000 Kronen (474 Euro) erhalten. Vertreter der Parlamentsparteien haben diese Forderung scharf zurückgewiesen.

Für Dusan Munko, einen Abgeordneten des linkspopulistischen Smer (Richtung), steht Slotas Forderung im Widerspruch mit den Prinzipien der slowakischen Rechtsordnung. Alexander Patkolo, der Vorsitzende der Roma-Bürgerinitiative RIS, sagte, Slota schüre Rassismus, statt wirkliche Lösungen für die Probleme der Roma-Minderheit in der Slowakei zu suchen.

Die Slowakische Nationalpartei (SNS) hat sich vor den Parlamentswahlen 2002 gespalten. Keine seiner Nachfolgeparteien konnte daraufhin die für einen Einzug ins Parlament erforderliche Fünf-Prozent-Hürde überspringen. Die PSNS kam auf 3,6 Prozent der Stimmen. Durch die radikalen Äußerungen an die Adresse der Roma-Minderheit versucht Slota nun offenbar wieder die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf seine Partei zu lenken.

Schätzungen zufolge hat die Slowakei die in Relation zur Gesamtbevölkerung größte Roma-Minderheit Europas. Bis zu acht Prozent der slowakischen Bürger sollen demnach der Minderheit angehören. Die wirtschaftliche und soziale Lage der mehrheitlich im Osten des Landes lebenden Roma ist trist. Über 90 Prozent der Roma sind arbeitslos und an staatliche Unterstützung angewiesen. (APA)

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    Slota mit Jean-Marie Le Pen

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