Telstra schreibt asiatisches Abenteuer ab

21. Februar 2003, 17:02
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Größter australischer Telekomkonzern hat Nettogewinn halbiert

Der größte australische Telekomkonzern Telstra muss ein bitteres Lehrgeld für seinen Ausflug auf den asiatischen Markt zahlen. Telstra wird seine Beteiligung an dem Hongkonger Backbone-Carrier Reach vollständig abschreiben. Das Minus in den Büchern beträgt dabei satte 546 Millionen Dollar, wie das Unternehmen heute, Freitag, mitteilte. Die Abschreibung des Telekomkonzerns, an dem der australische Staat noch immer mit 50 Prozent beteiligt ist, wird in der ersten Jahreshälfte des Geschäftsjahres 2002/2003 ergebniswirksam und wird den Gewinn auf voraussichtlich die Hälfte reduzieren.

Zusammen

Reach wurde am Höhepunkt des Technologiebooms im April 2000 als Joint Venture mit der Hongkonger Pacific Century Cyberworks (PCCW) gegründet. Reach unterhält unterseeische Kabelverbindungen und Satelliten-Links für Sprachtelefonie und Internet-Services. Das Unternehmen wurde in der Folge Opfer des starken Markteinbruchs und eines intensiven Preiskampfes und sitzt auf Schulden in der Höhe von 1,5 Milliarden Dollar. Der australische Telekomkonzern will nun mit den Gläubigerbanken über eine Refinanzierung der Schulden beraten.

Angriffe

Telstra-CEO Ziggy Switkowski gab als Grund für die Reach-Schwierigkeiten vor allem rückgehende Gewinnspannen an und beschuldigte Mitbewerber "unorthodoxer Preisstrategien." "Trotz der schwierigen Situation ist Reach aber weiterhin Cash-Flow-positiv", sagte Switkowski. Für seinen Joint Venture-Partner PCCW bedeutet das Reach-Abenteuer freilich einen noch größeren Verlust: Das Hongkonger Unternehmen hat ebenfalls angekündigt, sein Reach-Investment vollständig abzuschreiben. Bei PCCW geht es dabei um 1,1 Milliarden Dollar. (pte)

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