Großbrand vor Öl-Depot schockte New York

21. Februar 2003, 20:05
2 Postings

Frachter mit Treibstoff fing Feuer - 100 Meter hohe Rauchwolken - Todesopfer werden vermutet - Ölpreis schnellte nach oben

New York - Eine Explosion vor einem Öllager der Firma Exxon-Mobil auf Staten Island, südlich von Manhattan hat am Freitag vermutlich mehrere Todesopfer gefordert. Das berichteten New Yorker Fernsehsender unter Berufung auf Augenzeugen. Das Gebiet des Lagers sei großräumig abgeriegelt worden. Für Hinweise von Augenzeugen, wonach mehrere Menschen umgekommen seien, gab es bei den Behörden zunächst keine Bestätigung. Zwei Arbeiter des Tanklagers würden vermisst, zwei Personen seien verletzt worden.

100 Meter hohe dichte Rauchwolken schockten tausende Menschen in New York

Dichte schwarze Rauchwolken stiegen weit mehr als 100 Meter hoch in den Himmel und waren überall im Gebiet der Millionenstadt und ihrer Umgebung zu sehen. Tausende Menschen blieben vor Schreck in den Straßen New Yorks stehen, die am 11. September 2001 die verheerenden Terrorangriffe auf das World Center mit mehr als 2.750 Toten erlebt hatte. Die Flammen wurden erst nach 30 Minuten etwas kleiner. Das Feuer habe sich schnell bis in den davor liegenden Arthur-Kill-Kanal ausgebreitet, teilte die New Yorker Feuerwehr mit.

Unter Kontrolle

Die Feuerwehr gab jedoch nach etwa einer Stunde Entwarnung. Der Brand sei vollkommen unter Kontrolle. Zeitweilig sei das Übergreifen der Flammen auf Dutzende von Öltanks befürchtet worden

Terror bislang ausgeschlossen

Die neu geschaffene US-Behörde für Heimatschutz (Homeland Security) "beobachte" den Vorfall, berichtete CNN. Derzeit gebe es nach Informationen des TV-Senders jedoch keinen Hinweis, dass es sich um einen Terroranschlag handeln könnte. Die USA befinden sich derzeit im Alarmzustand Orange, in dem mit einem hohen Risiko eines Anschlags gerechnet wird.

Frachter mit Treibstoff fing möglicherweise Feuer

"Ein Frachter wurde mit Treibstoff beladen und fing irgendwie Feuer", sagte ein Feuerwehrsprecher dem örtlichen Fernsehsender WNBC. Das Treibstofflager gehört nach Angaben der Küstenwache dem Konzern Exxon Mobil. Die Feuerwehr hatte die Ladung des Frachters zunächst fälschlich mit Progangas angegeben. Das Schiff und umliegende Hafenanlagen brannten weitgehend aus.

Ölpreis schnellte nach oben

Ein Barrel (knapp 159 Liter) der führenden Nordsee-Ölsorte Brent zur Lieferung im April verteuerte sich in London um 65 Cent auf 32,21 Dollar. Der Preis für leichtes US-Öl sprang in New York sogar um 1,12 Dollar auf 35,95 Dollar. Händlern zufolge fielen die Preise im Verlauf wieder etwas zurück, nachdem sich die Händler beruhigt hatten. "Sage niemals nie, aber die Tatsache, dass die Tanks am Land nicht brennen, lässt auf einen Unfall schließen und nicht auf etwas geplantes", sagte ein Ölhändler in New York.

Verkehr in Staten Island gesperrt

Auf Weisung der Sicherheitsbehörden wurde das Katastrophengebiet vor dem New Yorker Stadtbezirk Staten Island für den Verkehr gesperrt. Fast 30 Öltanks seien durch die Flammen gefährdet, berichteten Reporter örtlicher Fernsehsender. Mehrere Löschzüge wurden in Marsch gesetzt, hieß es bei der Feuerwehr. Man konzentriere sich darauf, ein Übergreifen der Flammen zu verhindern.(APA/dpa)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    100 Meter hohe Rauchwolken am Rande von New York

Share if you care.