Berlusconi warnt vor Desinformation der Pazifisten

21. Februar 2003, 22:59
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Italiens Ministerpräsident bestreitet Zahlen über Beteiligung an Friedensdemonstrationen und betont Friedensbemühungen seiner Regierung

Rom - Der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi hat am Freitag erneut die Pazifistenfront kritisiert, die sich gegen einen Irak-Konflikt wehrt. Bei einer Pressekonferenz nach seinem Treffen mit dem britischen Premierminister Tony Blair warnte Berlusconi vor der "gefährlichen Desinformation" der Pazifisten. "Einige Pazifisten haben (US-Präsidenten George W.) Bush mit Hitler und Berlusconi mit Mussolini vergleichen, während (der irakische Machthaber) Saddam Hussein als braver Araber bezeichnet wurde", klagte Berlusconi.

Wegen der massiven Antikriegsdemonstrationen hätte die Öffentlichkeit in Italien und Großbritannien eine verzerrte Vision der internationalen Situation. "Viele denken, dass Großbritannien und Italien den Krieg wollen, dabei arbeiten wir für den Frieden. Meine Regierung muss sich stärker bemühen, damit die Öffentlichkeit die wahre Situation um Saddams Regimes und seine Massenvernichtungswaffen begreift", sagte Berlusconi.

Berlusconi: Es waren nicht mehr als zehn Millionen Demonstranten weltweit

Der italienische Ministerpräsident kritisierte auch die von den internationalen Medien veröffentlichten Zahlen über die Beteiligung an den Friedensdemonstrationen am vergangenen Wochenende. "Man spricht von 100 Millionen Bürgern, die sich weltweit an Friedensdemonstrationen beteiligt haben. Laut unseren Berechnungen waren es wesentlich weniger, nicht mehr als zehn Millionen", sagte Berlusconi. In Rom hatten sich laut den Organisatoren drei Millionen Personen an der Friedenskundgebung beteiligt.

In den vergangenen Tagen hatte der italienischer Ministerpräsidenten öfters mit den Pazifisten polemisiert und ihnen vorgeworfen, das Spiel von Saddam Hussein zu unterstützen. Die Pazifisten und die oppositionelle Mitte-Links-Allianz hatten Berlusconi wegen seiner stark US-freundlichen Haltung scharf attackiert. (APA)

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    Figur Silvio Berlusconis mit amerikanischer Rakete in den Tintenfischfängen bei den Anti-Irakkrieg-Demos in Rom am 15.2.

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