Österreichisch-Kurdische Gesellschaft kritisiert Ilisu-Projekt

24. August 2008, 14:16
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Verein: Wasserkraft in der Region keine zuverlässige Quelle für Stromerzeugung

Wien - Die Österreichisch-Kurdische Gesellschaft für Wissenschafts- und Kulturaustausch hat am Sonntag den Ausstieg der Oesterreichischen Kontrollbank (OeKB) aus der Finanzierung des Ilisu-Staudamms gefordert. Begründet wird dies u.a. damit, dass wegen des Klimawandels im Oberlauf von Euphrat und Tigris die Wasserkraft keine zuverlässige Quelle für die Stromproduktion sei.

Die Türkei habe "schon jetzt einen zu hohen Wasserkraftanteil, was die türkische Stromversorgung anfällig für Dürreperioden macht". In der autonomen Region Kurdistan im Nordirak seien zwei Staudämme fast leer, "dort wurden daher in den letzten Jahren Gasturbinen-Kraftwerke errichtet, die mit hohem Wirkungsgrad arbeiten."

Expertenkommission

Der Tigris-Staudamm, für den die Grazer Andritz die Turbinen liefern soll, wird von Nichtregierungsorganisationen seit langem kritisiert. Die NGO verlangen von der Kontrollbank, sich aus der Finanzierung (Absicherung) des Projekts zurückzuziehen.

In einem im März veröffentlichten ersten Bericht war eine externe Expertenkommission zur Ansicht gelangt, dass die Betreiber von der Weltbank erteilten Auflagen bisher nur teilweise nachgekommen seien. In einem am Freitag veröffentlichten zweiten Bericht konstatieren die Fachleute diesbezüglich nur "leichte Fortschritte". (APA)

 

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