Lawinenunglück am Mont Blanc: Bergung der Opfer zu gefährlich

25. August 2008, 13:35
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Toten liegen unter meterdicker Eisschicht - Ein Österreicher unter den Verschütteten - Keine Hoffnung auf Überlebende

Chamonix - Zwei Tage nach dem Abgang einer riesigen Lawine in den französischen Alpen am Mont Blanc wird nicht mit einer raschen Bergung der verschütteten Bergsteiger gerechnet. Die Kletterer waren in der Nacht auf Sonntag Hunderte Meter in die Tiefe gestürzt, nachdem sich ein Eisbrett gelöst hatte. Unter den Toten befinden sich ein Österreicher, vier Deutsche und drei Schweizer.

Über die Zahl der österreichischen Opfer hatte Unklarheit geherrscht. Zunächst war von fünf Österreichern die Rede gewesen. Unter den Verschütteten befindet sich der Tiroler Bergführer Stefan E., der mit vier Deutschen - und nicht Österreichern, wie zunächst angenommen war - unterwegs war. Die Identität der drei restlichen Vermissten - allesamt Schweizer Staatsbürger - scheint hingegen geklärt. Sie dürften den Lawinenabgang nicht überlebt haben.

Sieben der insgesamt acht Opfer wurden am Montag lokalisiert, teilte die Gendarmerie in Chamonix mit. Es wurden Signale aus den Lawinenwarnsystemen empfangen, die die Bergsteiger bei sich trugen. Allerdings liegen die Toten unter einer 20 bis 50 Meter dicken Eisschicht, so ein Gendarmerie-Sprecher.

Bergung derzeit unmöglich

An eine Bergung sei derzeit nicht zu denken. "Die Opfer liegen in einer Zone, auf die permanent Eisplatten stürzen. Es kommt nicht infrage, Bergungskräfte dort abzusetzen", so der Sprecher. Die Schneeschmelze und Bewegungen des Gletschers könnten die Toten in einigen Wochen, möglicherweise auch erst in einigen Jahren oder gar nicht zutage fördern.

Unter den vier deutschen Toten vom Bergsteigerdrama am Mont Blanc ist auch eine Frau. Weiters kamen ein 32-jähriger Schweizer Bergführer und ein junges Paar - 28 und 34 Jahre alt - sowie der Tiroler Bergführer Stefan E. ums Leben.

Den Alpinisten ist nach Aussagen des bekannten Bergsteigers Peter Habeler keine Schuld an dem Unglück anzulasten. Es habe sich um ein "schicksalhaftes" Ereignis gehandelt. Dass genau in dem Moment, wo der Eisblock abbrach, sich so viele Menschen an dem Punkt befanden, sei ein "ganz blöder Zufall" gewesen. Solche Ereignisse ließen sich nicht vermeiden.

Die Lawine hatte in der Nacht auf Sonntag in rund 3.600 Meter Höhe mindestens 16 Bergsteiger mit sich gerissen. Vier Franzosen und vier Italiener wurden verletzt geborgen. (APA/ag.)

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    Am höchsten Berg Europas ist am Sonntag Früh eine Lawine abgegangen.

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