Wenig Hoffnung auf Frieden im Süden des Landes

24. August 2008, 12:06
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Erneut heftige Gefechte zwischen Soldaten und Rebellen - Sprecher der Moro-Befreiungsfront: Friedensgespräche brechen langsam auseinander

Zamboanga - Heftige Gefechte zwischen muslimischen Rebellen und Soldaten im Süden der Philippinen haben die Hoffnungen auf Frieden in der Region getrübt. In der Nacht zum Sonntag hätten sich die Kämpfe mit Anhängern der Moro-Befreiungsfront (MILF) auf der Insel Mindanao ausgeweitet, sagte Armeesprecher Julieto Ando.

"Wir haben unser Bestes getan, um einem Frieden gerecht zu werden, aber die MILF hat die Feindlichkeiten durch die Plünderung von Dörfern und den Mord an unschuldigen Zivilisten ausgelöst." Bei den Zusammenstößen wurden seinen Angaben zufolge binnen vier Tagen mehr als 100 Rebellen getötet.

Friedensgespräche brechen langsam auseinander

"Die Friedensgespräche brechen langsam auseinander und wenn das so weitergeht, helfe uns Gott", sagte der MILF-Chefunterhändler Mohagher Iqbal. Die philippinische Regierung hatte am Donnerstag nach wochenlangen Kämpfen im Süden des Landes einen umstrittenen Friedensplan mit der Moro-Befreiungsfront aufgekündigt.

Das Abkommen sah die Gründung einer muslimischen Provinz auf der südlichen Insel Mindanao vor. Die christliche Bevölkerung in der Region hatte heftig gegen den Plan protestiert. Das Oberste Gericht des Landes stoppte das als verfassungswidrig beurteilte Projekt bereits Anfang August und hob den Plan einer ausschließlich Muslimen vorbehaltenen Region auf.

Die radikalislamische MILF kämpft seit 30 Jahren für einen unabhängigen islamischen Staat im Süden des überwiegend katholischen Landes. Mit 12.000 Mitgliedern ist sie die größte Rebellengruppe des Landes. (APA)

 

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