Vorwurf: Hardware-Hersteller profitieren von Piraterie

24. August 2008, 11:58
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id Software sieht "schmutziges kleines Geheimnis" in der Branche - Gäbe viele Maßnahmen gegen Kopien, wenn die Hersteller wirklich wollten

In einem aktuellen Interview mit gamesindustry.biz äußert der Chef des Spieleentwicklers id Software schwere Vorwürfe gegen die Hersteller von PC-Hardware. Todd Hollenshead, CEO des durch Shooter-Klassiker wie Doom oder Quake bekannt gewordenen Unternehmen wirft den Herstellern vor, kein wirkliches Interesse an der Verhinderung von Softwarepiraterie zu haben.

Geheimnis

Ganz im Gegenteil würde man bis heute Rechner mit dem impliziten Versprechen von "kostenlosem Content" - ob unter Copyright oder nicht spiele da keine Rolle - verkaufen, ein Umstand den er als "schmutziges kleines Geheimnis" in der Branche bezeichnet. Wenn es ein reales Interesse an der Verhinderung von Softwarepiraterie gebe, würden sich eine Reihe von technischen Maßnahmen anbieten, die Industrie verstecke sich aber lieber hinter Pseudo-Argumenten.

Hinweis

Als solches sieht Hollenshead auch den Hinweis darauf, dass in Online-Tauschbörsen rechtlich vollkommen unbedenkliche Dinge getauscht werden, schließlich sei dies bei 99 Prozent der in Tauschbörsen verfügbaren Dateien nicht der Fall. Die Unternehmen verweisen aber immer nur auf die restlichen 1 Prozent, um den wahren Umfang des Problems zu verschleiern.

Zufriedenheit

Auch wenn die Hersteller immer wieder versichern, gegen Softwarepiraterie zu sein, in Wirklichkeit seien sie mit der aktuellen Situation nach Hollensheads Meinung durchaus zufrieden. Was hier nach außen kommuniziert wird und womit man Geld verdiene, seien eben zwei unterschiedliche paar Schuhe.

Update, 25.08.:

In der ursprünglichen Fassung dieses Artikels wurden die entsprechenden Zitate fälschlicherweise id Software-Chefentwickler John Carmack zugeordnet. Wir bitten diesen Fehler zu entschuldigen. (red)

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