Bammer und Melzer mit Selbstvertrauen in Flushing Mea­dows

24. August 2008, 10:26
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Erfolge bei Olympia stim­men positiv - Nieder­österreicher und Paszek wieder fit - Vorarlbergerin will endlich erstes Major-Match 2008 gewinnen

New York - Österreichs Tennis ist bei den mit 20,657 Millionen US-Dollar dotierten US Open in New York durch vier Einzel-Spieler vertreten und hat durchwegs Chancen, zumindest die Runde der letzten 64 zu erreichen. Das Quartett ist sich aber einig, dass man bei einem Grand-Slam-Turnier keinen Gegner unterschätzen darf. Die zuletzt angeschlagenen Tamira Paszek und Jürgen Melzer meldeten sich Samstagnachmittag beim Training in Flushing Meadows wieder fit.

Sybille Bammer, die beim letzten Major-Turnier des Jahres als Nummer 29 gesetzt ist, hofft, dass sie die Form von den Olympischen Spielen in Peking mitgenommen hat. Die 28-jährige Oberösterreicherin hat sich in den vergangenen Tagen u.a. mit dem ÖTV-Spieler Martin Slanar, aber auch mit der Siegerin der US Open Series, Dinara Safina (RUS), eingeschlagen. Am Samstag trainierte sie im Hinblick auf das Auftaktduell mit Aiko Nakamura, mit deren japanischer Landsfrau Ai Sugiyama.

Bammer trainierte mit Safina

"Gegen Safina war es ein Super-Trainingssatz, der sehr ausgeglichen war. Ich glaube aber schon, dass ich mich noch steigern kann", meinte Bammer. Das Training mit Sugiyama war freilich auch wegen der ähnlichen Spielweise wie Nakamura geplant. "Beide spielen flach und schnell und ich spiele mehr Spin. Ich glaube, dass mein Spiel dem ihren vielleicht nicht so liegt", glaubt die Tennis-Mutter, deren Tochter Tina ebenfalls in New York ist und bis zum Ausscheiden der Mama bleiben wird.

Das Vorjahrs-Achtelfinale im New Yorker Stadtteil Queens hat Bammer überhaupt nicht im Kopf, auch wenn ihre Auslosung grundsätzlich nicht allzu schlecht ist. "Damit belaste ich mich überhaupt nicht. Ich spiele Punkt für Punkt und will so weit wie möglich kommen", behauptet Bammer. Sie findet übrigens, dass sie im Vergleich zum Vorjahr "viel besser" spielt. "Vergangenes Jahr habe ich sehr viele Matches gewonnen und sehr viel Selbstvertrauen gehabt. Da geht's halt dann auch leichter, auch wenn man nicht so gut spielt. Ich hoffe, dass ich jetzt durch Peking wieder mehr Selbstvertrauen habe und ich hier die 'big points' nütze."

Auch die zweitbeste ÖTV-Spielerin im Damen-Ranking, Tamira Paszek, hat aus dem Vorjahr ein Achtelfinale zu verteidigen, allerdings lief es ihr heuer mit drei Auftakt-Outs bei den Australien und den French Open sowie in Wimbledon bei Majors nicht nach Wunsch. "Genau. Vergangenes Jahr bin ich ungeschlagen geblieben in der ersten Runde bei den Majors, dieses Jahr gab es dreimal Erstrunden-Niederlagen, wobei Wimbledon ziemlich knapp war mit 8:10 im dritten Satz. Aber ich fühle mich wohl, es geht wieder aufwärts, ich werde es genießen und sehr motiviert spielen."

Paszek rechnet mit toughen Match

Mit Maria Kirilenko, der als Nummer 22 gesetzten Russin, hat sie kein leichtes Los. "Sie ist eine Super-Spielerin. Das wird für ein Erstrundenmatch bei einem Grand Slam ziemlich tough werden, aber ich bin ready." Auch körperlich wieder, die Verkühlung, die sie sich bei der Anreise nach Cincinnati zugezogen hat, ist abgeklungen. Und vor allem arbeitet sie wieder mit Larri Passos, was sie besonders glücklich macht. "Das ist ein Mega-Gefühl, ich habe die Unterstützung, er gibt mir einfach die ganze positive Energie, die er hat", freut sie sich.

Die Diskussionen nach ihrer Nichtnominierung für die Spiele in Peking sind derzeit abgehakt. Gespräche mit dem internationalen Verband (ITF) hat die 17-jährige Dornbirnerin bisher nicht geführt. "Olympia ist gerade erst vorbei, ich habe mich noch nicht mit ihnen unterhalten. Aber generell, ich bin hier zum Tennis spielen, ich möchte auch gar nicht darüber reden jetzt, und bin voll konzentriert. Ich bin glücklich, so wie ich jetzt bin und es passt."

Melzer hat Darmgrippe überstanden

Es "passt" auch bei Jürgen Melzer wieder, der die Darmgrippe von New Haven überstanden hat. "Heute ist der erste Tag, an dem es wieder vollkommen weg ist. Es dürfte eine Kleinigkeit gewesen sein", meinte Melzer schweißüberströmt nach einer Trainingseinheit mit dem Franzosen Michael Llodra.

Melzer, der bei Olympia wie Sybille Bammer, aber auch z.B. Roger Federer als Viertelfinalist Fünfter geworden ist, hat der Peking-Trip viel für das Selbstbewusstsein gebracht. "Ich habe sehr gute Matches gespielt, habe mit Wawrinka einen Top-Ten-Mann geschlagen und den sogar relativ glatt, wo ich wirklich ein ausgezeichnetes Match gespielt hab." Daher freut er sich auf die US Open. "(Feliciano) Lopez ist natürlich ein Gegner, der nicht einfach zu spielen ist. Er hat seinen sehr guten Aufschlag", weiß er. Wie Bammer gegen Nakamura und Paszek gegen Kirilenko hat auch er gegen die Nummer 27 des Turniers eine 1:0-Bilanz. "Natürlich ist das angenehm, aber es war knapp damals und es wird, glaube ich, auch hier sehr eng werden. Seinen Aufschlag muss man erst einmal durchbrechen."

Melzer hat sich neben Llodra u.a. auch mit Jose Acasuso oder Denis Gremelmayr eingeschlagen. Linkshänder, um sich auf Lopez einzustimmen. Auf ein mögliches Drittrunden-Duell und damit eine Generalprobe für den Davis Cup im September gegen Andy Murray (GBR) blickt er nicht. "Jetzt schon auf den Murray zu zwinkern, wäre glaube ich falsch. Das erste Ziel ist es einmal, den Lopez zu schlagen."

Als vierte ÖTV-Spielerin ist Yvonne Meusburger im Einsatz. Die engere Landsfrau von Tamira Paszek, die zum zweiten Mal hier im Hauptbewerb steht, trifft auf die Spanierin Lourdes Dominguez Lino und hat ganz gute Chancen, erstmals in New York in die zweite Runde zu kommen. (APA)

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