Spitzauer kritisiert ÖOC: "Fleischbeschau"

24. August 2008, 07:57
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Segler fordert Lockerung der Olympia-Qualifikation - Internationaler Quotenplätze sollten künftig als Startberechtigung genügen

Peking - Die Erfolgsaussichten Österreichs bei olympischen Sommerspielen künftig wieder zu erhöhen, ist natürlich auch Plan bei Österreichs Sportlern. Sie plädieren fast durchwegs dafür, dass die Erringung internationaler Quotenplätze künftig als Startberechtigung genügen soll. "Jeder österreichische Athlet bringt so viel persönlichen Einsatz, dass man von Olympia-Tourismus wirklich nicht sprechen kann", sagte Segler Hans Spitzauer in Peking stellvertretend für seine Kollegen.

Bessere Unterstützung

Spitzauer sieht aber auch einen ganz praktischen Grund, bei der Nominierung von Sportlern für Sommerspiele künftig nicht mehr strenger zu sein als das IOC bzw. die internationalen Fachverbände. Mehr Sportler, so Spitzauer, würden auch mehr akkreditierte Betreuer bedeuten. "Damit kann man die, die wirklich um Medaillen kämpfen, vor Ort dann auch besser unterstützen."

Das derzeitige System mit den zusätzlichen und oft schwieriger zu erbringenden, nationalen Limits, verhindere dies aber. Ein Thema, das beim 43-jährigen Starboot-Segler, der seine Olympia-Karriere nun beendet, Kopfschütteln erzeugt. Das ÖOC müsse doch im Gegensatz vielmehr alles tun, um möglichst viele Sportler zu den Spielen zu bringen.

Fehlender Rückhalt

Auch Spitzauer kritisierte deshalb, dass viele österreichische Athleten selbst drei Wochen vor Peking noch nicht gewusst hätten, ob sie dabei seien. "Man muss sich vorstellen, was das in den Köpfen der Sportler auslöst", meinte der Wiener. "Es ist doch ein Unterschied, ob man das Gefühl hat, das ganze Land steht hinter einem und man wird dabei unterstützt, zu Olympia zu kommen. Oder ob man sich fast schon unerwünscht fühlt und sich vorkommt wie bei einer Fleischbeschau."

In Österreich war nach dem schlechten Abschneiden bei den Spielen 1988 in Seoul (1 Medaille) das Schlagwort vom "Olympia-Tourismus" aufgekommen und danach ein nationales Qualifikationssystem eingeführt worden. Seither müssen Athleten neben der Erbringung der internationalen Limits (Quotenplätze) im Olympiajahr auch nationale Kriterien erfüllen, die oft weit schwieriger zu erbringen sind. Alleine für Peking hatte das ÖOC deshalb elf Quotenplätze zurückgegeben. (APA)

 

 

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    "Jeder österreichische Athlet bringt so viel persönlichen Einsatz, dass man von Olympia-Tourismus wirklich nicht sprechen kann."

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