Österreichs Sport hinkt hinterher

24. August 2008, 07:27
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    foto: apa/epa/hafford

    Hier gibt es nichts mehr zu sehen, die Zukunft heißt London 2012.

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    IOC-Präsident Jacques Rogge übergibt Londons Bürgermeister Boris Johnson die olympische Flagge.

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    Es war eine standesgemäße Übergabe.

Die olympischen Spiele sind beendet, 22 der 27 EU-Länder haben im Medaillenspiegel besser abgeschnitten - Lopatka für Konzentration der Strukturen

Peking - Die Olympischen Spiele von Peking sind vorbei. Um 14:58 Uhr MESZ beendete IOC-Präsident Jacques Rogge die 29. Auflage des weltgrößten Sportereignisses mit der traditionellen Schlussformel und rief dabei "die Jugend der Welt" auf, sich in vier Jahren zur Feier der XXX. Olympiade in London zu versammeln. Die britische Hauptstadt ist vom 27. Juli bis 12. August 2012 Gastgeber der nächsten Sommerspiele.

Lord Sebastian Coe, zweifacher Leichtathletik-Olympiasieger über 1.500 m und Bewerbungschef der Briten, meinte vorausblickend: "London wird bereit sein, Olympia in ganz eigener Weise erinnerungswürdig zu machen." Zuvor hatte Rogge im mit 91.000 Zuschauern voll besetzten Nationalstadion "Vogelnest" von Peking die chinesischen Gastgeber wie zu erwarten gelobt: "Wir kommen zum Ende von 16 glorreichen Tagen, an die wir immer denken werden. Es waren außergewöhnliche Spiele."

Nur Luxemburg, Zypern und Malta schwächer

An Medaillen gemessen hinkt Österreichs Sport im Vergleich zu den anderen europäischen Teams nach. Gleich 22 der 27 EU-Länder liegen im Medaillenspiegel vor Österreich. Nur das medaillenlose Trio Luxemburg, Zypern und Malta konnte überflügelt werden. Nach den sieben Medaillen von Athen kehrten die ÖOC-Athleten diesmal mit einer mageren Ausbeute  zurück.

Trotzdem in den vergangenen Jahren die finanziellen Mittel für den Sport verdoppelt wurden - funktionierende Strukturen fehlen weiterhin. Vor allem im Sommersport sind es immer noch - oft private - Initiativen, die die Erfolge generieren.

Olympische Zyklen sind stets ein Anlass, Situationen zu evaluieren. Im österreichischen Sport wird dies bei den "Perspektivengesprächen" nach den Paralympics im  September erfolgen. Ob dort die heiklen Themen aufgegriffen und auch angepackt werden, ist aber alleine schon wegen der bevorstehenden Nationalratswahlen am 28.9. fraglich.

Lopatka: "Unterdurchschnittlich unterwegs"

Sport-Staatssekretär Reinhold Lopatka  wird trotzdem schon am Mittwoch bei einem Pressegespräch in Wien nicht nur bilanzieren sondern auch vorausblicken. Trotz seines Lobes für die "Breite" der Ergebnisse in Peking ist der Sportpolitiker der Meinung, "dass wir im langjährigen Vergleich der Spiele unterdurchschnittlich unterwegs waren."

Eine absehbare Situation, so Lopatka. "Man hat schon vorher gesehen, dass einzelne Sportarten überhaupt nicht mehr, maximal mit einem Athleten oder überhaupt nur einem eher chancenlosen vertreten waren", so der VP-Politiker." Für Lopatka ist das Grund, sowohl prinzipiell als auch bei einigen Verbänden konkret nachzufragen. "Es kann nicht sein, dass die Politik Millionen aus Steuergeldern in den Sport investiert und sich dann mit einem Schweigegelübde zu verabschieden hat."

Strukturelle Probleme

Verbandsstrukturen aus den 50er-Jahren, vor allem aber die Doppelgleisigkeiten und Parallelstrukturen im österreichischen Sport sind es, die Lopatka wie auch schon seinem Vorgänger ein Dorn im Auge sind. Von einer professionellen Konzentration könne keine Rede sein. "So etwas muss aber innerhalb der Verbände möglich sein und darf nicht nur dann erfolgreich sein, wenn es quasi als Privatunternehmen wie der Familienbetrieb Jukic geführt wird", so Lopatka.

Es gelte daher, nun rasch gemeinsam Kriterien für die Spiele 2012 in London auszuarbeiten und diese mit einem Controlling zu begleiten. Die unausweichlichen Auseinandersetzungen mit Verbands-Funktionären seien im Interesse der Sache zu führen, meinte Lopatka und nannte das Beispiel des mittlerweile für Deutschland siegreichen Matthias Steiner. "Topsport Austria hätte damals Steiners Trainer-Wünsche gerne erfüllt, aber der Gewichtheberverband hat ihn lieber nach Teppichland geschickt und sich selbst damit ins Niemandsland geführt. Da darf die Politik nicht zuschauen."

Lopatka ist überzeugt, dass eine Straffung der teuren Mehrfach-Strukturen im organisierten österreichischen Sport Vorteile bringen und der Spitzensport darunter nicht leiden würde. "Aber natürlich gibt es dann einige Präsidenten und Vizepräsidenten weniger." (APA)

 

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Hofer, Andreas
00
10.9.2008, 18:52
Völlig richtig beobachtet !!!

Nnnn Nnnn1
01
"Österreichs Sport hinkt hinterher" - man hätte keine verblödertere Überschrift finden können. Es hinkt nicht abstrakt der österreichische Sport, sondern die vielen Ösis im konkreten.

oxy
00
25.8.2008, 19:48
gold, silber und bronze in london..

ist uns heute zumindest schon fix. durch eine neue disziplin: es werden die unfähigsten und unsympathischten sport-funktionäre prämiert. da sind wir auf jahrzehnte unschlagbar. unser talent-reservoir ist da größer als das der chinesen im tischtennis. dafür sorgen schon askoe, asvoe und union. danke dafür.

holzdieb
00
25.8.2008, 16:34

in österreich ist der sommersport nur eine überbrückung für den wintersport.

LPF
00
und der wird am Ende ...

nur die Österreicher selbst interessieren

dr.no3
11
25.8.2008, 15:40
22 der 27 EU-Länder haben

einen kompetenteren Sport-Staatssekretär

Der Misanthrop
 
00
25.8.2008, 18:10
Dass die Zwergstaaten keinen Goldregen auslösten

ist eigentlich natürlich. Bleibt noch Irland über, dass ex equo mit Österreich liegt. Hinter uns, nichts als Winzlinge. Desaströs!

jaycanvas
00
25.8.2008, 14:13
der sommersport...

ist in ö einfach eine katastrophe.... grottenschlecht... doping hin oder her.... gspritzt san naemlich unsere a und selbst dann kommens nicht hinterher.... dafuer san ma im winta wida do.... a bisl anabol hie und a bissl epo dort und scho sind ma bei der naechsten winterolympiade in sochi zweite auf der medaillentabelle.... hinter die georgier naemlich....

Baechlein
01
25.8.2008, 12:58
Auch wurscht

Dafür sind wir theoretisch gesehen im Fußball nicht so schlecht – ich habe nur noch nicht die passende Theorie gefunden.
ist auch nicht fair, dass unsere chancenreichsten Disziplinen nicht olympisch sind:
Langzeitgranteln, Schweinbraten fressen; …

Gimli
00
25.8.2008, 14:00
Schweinbraten fressen hat Showelemente wie bei alteingesessenen Sportarten

Schweinbraten fressen könnte bis zum Kollaps betrieben werden und ist somit Puplikumswirksam.

rudi rednose
00
25.8.2008, 11:52
Vierte und fünfte Plätze halte ich nicht

zwangsläufig für "hinterherhinken". Und die "Wettbewerbsvorteile" (doping & CO) anderer werden wir immer nur von Zeit zu Zeit erreichen, wenn etwas Neues schon länger auf dem Markt ist und noch immer nicht nachgewiesen werden kann.

eswirdaweinsein
00
25.8.2008, 11:48
war nicht der gusenbauer auch sportminister?

ludwig
01
25.8.2008, 16:15
Minister + Staatssekretär

Eine Wurzel des Übels: Gusenbauer ist Sportminister und Lopatka Sport-Staatssekretär. Aber alles nichts gegen den Politik-Sport-Zickenkrieg in OÖ (Lischka gegen Kiesl). Wenn wir schon nicht die meisten Medaillen haben, so haben wir zumindest das komplizierteste (und in der Administration teuerste) Sportsystem. Z.B. der Förderdschungel in international einzigartig.

Peterk K
00
25.8.2008, 11:35
Angesichts dessen, wohin sich Sport entwickelt hat,

muß man darüber nicht besonders traurig sein, dass Ö hinterherhinkt. Wenn Sport mehr und mehr zur medizin.Wissenschaft und zum Wirtschaftsfaktor verkommt, mag das ja auch noch einige positive Nebeneffekte haben, bevorzugt aber große Staaten mit einem großen Markt und dementsprechenden Trainingsbedingungen und Anreizen. Hat aber dann nichts mehr mit einem sportlichen Wettbewerb zu tun.

andi_tirol
00
25.8.2008, 10:48
Weniger Pech, mehr Glück …

… dann hätte es ein paar vierte oder fünfte Plätze weniger gegeben, dafür aber ein paar Medaillen.
Und schon würde sich keiner mehr beschweren.

travelmike
00
25.8.2008, 11:07
Etwas mehr Pech

und Österreich hätte gar keine Medaille. Paischers Erstrundenkampf war knapp und hätte auch umgekehrt ausgehen können. Die Bronzene von Lukic war glaub ich um 8/100 und wahrscheinlich begünstigt von der Krankheit einer Konkurrentin die am Vortag noch einen unglaublichen Europarekord geschwommen ist. Und zum dem Bronze der Paddlerin brauch ma eh nix sagen, das war Massl pur.

poldus feschus
00
25.8.2008, 12:41
wenn die Paddlerin

Glueck hatte,was hatte dann Raich in Turin ?

orava
00
25.8.2008, 10:02
Medaillen...

kommen fast von allein, wenn man die jungen Sportler frueh genug foerdert und v.a. auch Erfahrung bei sportl. Grossereignissen sammeln lässt. Als in Finnland Lebender, kann ich mich noch an die Diskussionen der Finnen ueber ihr relativ schlechtes Abschneiden bei der Leichtathletik-WM in Helsinki 2005 im Vergleich zum schwedischen Team erinnern: Schweden schickt viele junge Athleten zum Erfahrung-Sammeln zu WM und olymp. Spielen mit dem Wissen, dass diese Athleten höchstwahrschein-lich erst in ein paar Jahren wirklich Medaillenchancen besitzen. Wer braucht die strikten nationalen ÖOC-Limits wie z..B. im Zehnkampf - eine Absurdität sondergleichen. Ach ja: talentierte Sportler gibt´s ueberall, nur Strukturen zu deren Förderung nicht...

travelmike
00
25.8.2008, 10:55
Aber es gibt halt Grenzen

Hier ein paar öst. Jahresbestleistungen in der LA:
Hochsprung Herren: 2,01
Weitsprung Herren: 7,60
Stabhochsprung: 5,05
Dreisprung: 15,14
Diese Leistungen liegen (zum Teil weit) hinter den Bejing Leistungen der Finalisten bei den Damen!
Wen willst da mitnehmen?

poldus feschus
00
25.8.2008, 12:49
und Sterzing

ist soweit weg ?
http://www.alexschwazer.com/index2.php

Dyrn
01
25.8.2008, 09:37

breitensport fördern. ja.

die förderung des hochleistungssport würd ich keinesfalls erhöhen. von mir aus kann "österreich" immer leer ausgehen bei olympia. ist doch völlig wurscht. geben wir unser geld lieber für sinnvollere sachen aus.

Schifoara
00
25.8.2008, 08:53
noch was

auch werden immer mehr Leistungen für die Vereine teurer (Turnhallen, etc.) und Förderungen weniger. Hier gehörte der Hebel angesetzt, Strukturen geschaffen, damit auf breiter Ebene Sport betrieben werden kann. Das wäre auch gesundheitspolitisch nicht so schlecht.

Generell meine ich, dass wir uns als Land nicht schlecht präsentiert haben und unsere Sportler viele gute Leistungen gezeigt haben. Wir müssten halt auch mehr hinschicken - zumindest die, die das internationale Limit erbracht haben.

travelmike
00
25.8.2008, 09:50
Unabhängig davon, daß ich auch der Meinung bin,

daß das int. Limit genügt und das ÖOC die Teilnehmer zu akzeptieren hat, die von den Fachverbänden gemeldet werden. Aber glaubst wirklich, daß die zwei bis drei strittigen Athleten am Abschneiden irgendwas geändert hätten?

Schifoara
00
25.8.2008, 13:52
nein

keine Ahnung, ob wer noch was gewonnen hätte. Aber wenn wir nur die mit konkreten Medaillenchancen hinschicken, werden wir nie was gewinnen. Weil ein Gutteil des Erfolgs wird auch durch entsprechende Wettkampferfahrung bei Großereignissen erzielt, und die muss man sammeln können, auch wenn man noch nicht so weit ist.

peter schmidt
 
00
25.8.2008, 17:29
die tennispielerin paszek

hätte gewinnen können.

ansonsten hätten einige was lernen können die dann in 4 jahren eben dann schon einen schritt weiter gewesen wären.

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