Die Rückkehr des verlorenen Sohns

23. August 2008, 20:45
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Milan holt Andrej Schewtschenko von Chelsea zurück, der Stürmer kam in London zuletzt über eine Reser­vistenrolle nicht hinaus

London - Der AC Milan hat Andrej Schewtschenko vom FC Chelsea zurück nach Mailand geholt. Der 31-jährige Ukrainer, der in seiner Karriere in 208 Spielen 127 Tore für die Rossoneri geschossen hatte, war nach sieben Saisonen bei Milan im Mai 2006 um kolportierte 30 Mio. englische Pfund (37,7 Mio. Euro) nach London gewechselt.

Bei den "Blues" war er in den vergangenen zwei Saisonen aufgrund von Verletzungen und Formschwächen aber nur unregelmäßig zum Einsatz gekommen. In 47 Einsätzen traf er nur neun Mal und fristete vergangene Saison nur ein Joker-Dasein. "Willkommen zu Hause", begrüßte Milans Vizepräsident Adriano Galliani den vor zwei Jahren zum FC Chelsea abgewanderten Ukrainer am Sonntag in Italien.

Galliani hatte unter der Woche erklärt, dass die Gespräche ins Stocken geraten seien. Milan pochte auf einen Leihvertrag, Chelsea soll aber auf einen Verkauf des hochbezahlten Schewtschenko bestanden haben. Britische Fernsehsender berichteten nun, die Londoner hätten nun doch einer Leihlösung zugestimmt - Milan wird jedoch die Zahlung des üppigen Gehalts des Stürmers übernehmen. Zudem gibt es eine Kaufoption.

Gipfeltreffen

Silvio Berlusconi hatte zweimal persönlich mit Roman Abramowitsch auf Sardinien verhandelt, um seinen unglücklichen Liebling "nach Hause" zu holen. "Für mich ist dies wie ein Champions League-Sieg", freute sich der. Der Wechsel war ihm eine Herzensangelegenheit. "Andrej hat dafür wirtschaftliche Einbußen hingenommen", betonte Galliani.

Der gern elegant auftretende Ukrainer passte perfekt in die norditalienische Metropole. Er freundete sich mit Giorgio Armani an und lief für den Modezaren sogar über den Laufsteg. Dass er ging, überraschte viele.

"Seine beiden Söhne sollten in einem englischsprachigen Umfeld aufwachsen", hieß es damals. Schewtschenkos Frau Kristen Pazik habe sich dies gewünscht. "Wir sind glücklich, wieder nach Hause zu kommen", sagte das US-Model nun. (APA/Reuters/dpa/red)

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