Rohr-Abrechnung mit Haiders Politik

23. August 2008, 11:43
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Kritik an "Verschwendungssucht" und "korrupten Günstlingen" - "Privatisierung des öffentlichen Gesundheitswesens" befürchtet

Villach - Der designierte Kärntner SPÖ-Chef Reinhart Rohr ist am Samstag auf dem außerordentlichen Landesparteitag in Villach scharf mit der Politik von Landeshauptmann Jörg Haider ins Gericht gegangen. Rohr sprach von der "Verschwendungssucht" und "korrupter Günstlingen". Haider sei "Weltmeister im Hinausschmeißen von Steuergeld". Für seine Obmannschaft versprach er Zusammenarbeit und Handschlagqualität.

Rohr kritisierte die Vorgänge im Landeskrankenhaus Klagenfurt, wo erst kürzlich mehrere Direktoren von dem vom BZÖ installierten Kabeg-Vorstand Dieter Mandl dienstfrei gestellt worden waren. "Die Devise lautet zu destabilisieren", man habe "das Privatisieren des öffentlichen Gesundheitswesens im Sinn", meinte der SPÖ-Chef.

EM: Millionen seien verloren gegangen

"Die größte Fehleinschätzung des Landes in den vergangenen Jahren war jedoch die EURO 2008", meinte Rohr. "Unzählige Steuermillionen" seien investiert worden, um mehr Gäste nach Kärnten zu bringen, diese Rechnung sei jedoch nicht aufgegangen. "Das werden wir uns noch genauer ansehen, wo dieses Geld hingegangen ist", kündigte Rohr an.

Die durch Haider eingetretene "enorme Verschuldung" des Landes "gefährdet die Entwicklung und Zukunft unseres Landes", befürchtete Rohr. Nun gelte es, gegen Populismus, Allmachtdenken aufzutreten und die Günstlingswirtschaft des BZÖ zu beenden.

Versprechen vor 550 Delegierten

Er wolle die Teuerung und die Arbeitslosigkeit bekämpfen und die Pensionen in der Zukunft sichern, versprach Rohr den mehr als 550 Delegierten im Villacher Kongresshaus. Rohr: "Die Generationen, die das Land aufgebaut haben, haben ein Recht auf soziale Sicherheit."

Rohr rief die Partei zur Geschlossenheit auf und kündigte an, "mit dem richtigen G´spür für die Menschen" in die kommenden Wahlkämpfe gehen zu wollen. "Ich bin überzeugt, dass Rot vorne und Schwarz hinten sein wird", meinte er in Hinblick auf die kommende Nationalratswahl. Rohr: "Unsere Kandidaten sind nicht einmal weg und einmal da, sie sind kein oranges Pack, das sich einmal schlägt und einmal verträgt." (APA)

 

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