Mordopfer nach Brand in Wiener Wohnung entdeckt

23. August 2008, 16:40
1 Posting

Feuerwehr fand 61-Jährige tot im Vorraum - Mehr als zehn Schläge auf den Hinterkopf - Tatwaffe vermutlich stumpfer Gegenstand - Täter legte drei Brände

Wien - Ein Wohnungsbrand in der Pilgerimgasse in Wien-Rudolfsheim-Fünfhaus sollte offenbar einen Mord an einer 61-jährigen Frau vertuschen. Nachdem das Feuer in der Nacht auf Samstag gelöscht wurde, fand man Erika F. mit eingeschlagenem Schädel im Vorraum, berichtete Major Manfred Briegl von der Kriminaldirektion 1. Der Täter hat nach dem Verbrechen an drei Stellen in der Wohnung Feuer gelegt, um den Mord zu verschleiern. Nach dem Mörder wurde am Nachmittag noch gefahndet.

Gegen 3.30 Uhr wurde die Feuerwehr zu einem Wohnungsbrand in die Pilgerimgasse geholt. Nachdem die Einsatzkräfte die Tür aufgebrochen hatten, fanden sie Erika F. tot im Vorraum. An drei Stellen brannte es in der Wohnung. Im Schlafzimmer war das größte Feuer. Sogar der Fernseher war in dem Raum völlig verschmort. Die lodernden Flammen aus dem Schlafzimmerfenster wurde von den Vis-a-vis-Nachbarn entdeckt, sie benachrichtigten die Einsatzkräfte.

Trümmerbruch

Ein kleineres Feuer wurde im Wohn-Essbereich sowie im Vorraum entdeckt. "Der Täter dürfte versucht haben, die Leiche anzuzünden", sagte Briegl. Erika F. war zum Zeitpunkt der Brandlegung bereits tot. "Die erste Obduktion hat bei der Frau keine Rauchgasvergiftung festgestellt", so der Ermittler.

Bei der 61-Jährigen wurde ein Trümmerbruch am Hinterkopf entdeckt. Die erste Obduktion stellte 13 Schläge gegen den Hinterkopf fest, sowohl mit einem spitzen als auch mit einem stumpfen Gegenstand. In der Schädeldecke wurde ein tiefes Loch entdeckt. Ein Tatwaffe ist noch nicht sichergestellt worden.

Nach dem Verbrechen flüchtete der Täter aus der Wohnung und ließ die Tür einfach zufallen. "Das Schloss war in der Falle, zugesperrt war nicht", sagte Briegl. Klar ist noch nicht, ob es sich um einen oder mehrere Täter handelt.

Auch die Nachbarn konnten nur wenig über die ermordete Frau sagen. "Das ist ein seltsamer Bau, da kümmern sich die Nachbarn nicht sehr umeinander", sagte Briegl. Die 61-Jährige habe "unauffällig" in der Pilgerimgasse gelebt. (APA)

 

Share if you care.