Häftling erhebt Vorwurf des Waterboardings

23. August 2008, 09:37
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Vorwurf wird erstmals öffentlich erhoben - Algerier schilderte seinem Anwalt Verhör: Schlauch zwischen Mund und Nase gelegt und Wasser mehrere Minuten laufen lassen

San Juan - Ein algerischer Guantanamo-Häftling ist nach eigenen Angaben von seinen Bewachern einer Form des sogenannten Waterboardings unterzogen worden. Es ist das erste Mal, dass öffentlich der Vorwurf erhoben wird, dass diese umstrittene Verhörmethode auf dem US-Militärstützpunkt eingesetzt worden sei. Der Häftling schilderte seinem Anwalt Wells Dixon in einem Brief, Aufseher hätten einen Schlauch zwischen seine Nase und den Mund gelegt und mehrere Minuten lang Wasser laufen lassen. Dabei sei er fast erstickt.

Kopf versinkt in Wasser

"Ich hatte das Gefühl, dass mein Kopf in Wasser versinkt", schrieb der 41-Jährige, der seit Februar 2002 ohne Anklage in Guantanamo festgehalten wird. An den psychologischen Folgen leide er noch immer. Bei derselben Gelegenheit hätten die Bewacher auf seinem gesamten Körper Pfefferspray aufgetragen, ihn mit einem Schlauch abgespritzt und ihn gefesselt und zitternd in nasser Kleidung vor einer Klimaanlange in einem Verhörraum zurückgelassen. Anwalt Dixon sagte, der Vorfall habe sich nach Schilderung seines Mandaten zu Beginn von dessen Haftzeit in Guantanamo zugetragen. Die US-Behörden haben wiederholt versichert, dass alle Gefangenen in Guantanamo human behandelt würden. (APA/AP)

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