Souveräner Start-Ziel-Sieg der Deutschen Sabine Spitz mit dem Mountainbike - Silber an Polin Wloszczowska, Bronze an Russland
Peking - Die Österreicherin Elisabeth Osl ist am Samstag im olympischen
Mountainbike-Rennen der Damen nur knapp an den von ihr angestrebten Top Ten
vorbei gefahren. Die 22-Jährige kam in Laoshan nahe Peking mit 6:28 Minuten
Rückstand auf die überragende deutsche Siegerin Sabine Spitz auf Rang elf und
sorgte damit für die beste ÖOC-Damen-Platzierung im Mountainbike. Silber und
Bronze holten die Polin Maja Wloszczowska (+0:41 Minuten) bzw. die Russin Irina
Kalentjewa (+1:17).
Osl war aus der ersten Reihe gestartet, fand sich aber nach wenigen Minuten
des über sechs 4,5-km-Runden angesetzten Rennens unter 30 Konkurrentinnen auf
Platz 16 wieder. Die ÖRV-Athletin wollte das hohe Anfangstempo der Spitze
bewusst nicht mitgehen. "Wenn ich da mitgegangen wäre, hätte ich mich
abgeschossen", meinte Osl danach.
"Nie Zeit,
die Beine hängen zu lassen"
So aber teilte sich die Tirolerin die über rund 1:50 Stunden gegangene
Konkurrenz gut ein. Bei mehr als 30 Grad war die Hitze ein wesentlicher Faktor,
einige Fahrerinnen mussten dem Tribut zollen. "Man muss da schauen, dass man mit
dem Kreislauf keine Probleme bekommt", erklärte Osl. Dabei gab es auf dem
anspruchsvollen Kurs kaum eine zum Trinken optimale Stelle. "Man hatte nie Zeit,
die Beine hängen zu lassen. Es war sehr hart."
Umso bemerkenswerter war die Leistung von Spitz. Schon nach der ersten
Abfahrt hatte die 36-Jährige die Spitze übernommen und gab sie nicht mehr ab.
Die Neunte der Spiele 2000 und "Bronzene" 2004 hielt den Vorsprung ab der
zweiten Runde konstant und siegte schließlich mit 41 Sekunden Vorsprung. "Ich
wollte die anderen mit meinem Tempo schocken", meinte die Olympiasiegerin. "Dass
es aber so aufgegangen ist, ist eine große Überraschung."
Osl war als 14. aus der ersten Runde gekommen und hatte sich danach immer in
den Top Zwölf gehalten. Nach der achtschnellsten vierten und einer soliden
fünften Runde hatte die WM-Achte als Zehnte gar die zu diesem Zeitpunkt
Siebentplatzierte in Reichweite. Osl: "Da haben die anderen aber dann ziemlich
Druck gemacht. Ich habe mir gesagt: Wenn ich in die Top Ten komme, ist das ein
Riesen-Erfolg. Mit dem elften Platz kann ich jetzt gut leben."
Die Zeitsoldatin war auf der technisch schwierigen Strecke an ihre Grenzen
gegangen, ließ die Vorsicht aber nicht außer Acht. "Das Risiko ist einfach groß,
dass man stürzt. Und bei der Dichte verliert man gleich fünf, sechs Plätze."
Auch Titelverteidigerin Gunn-Rita Dahle Flesjaa musste vom Rad und gab später
wegen Problemen mit der Hinterrad-Bremse auf. Und die kanadische
Weltranglisten-Erste Marie-Helene Premont stieg ebenfalls vorzeitig vom Rad.
"Es ist super, dass ich dabei sein konnte", lautete Osls Resümee von ihrem
ersten Olympia-Abenteuer. "Es ist ein ganz anderes Gefühl, bei so einem
Wettkampf dabei sein zu können. Schon die ganze Vorbereitung ist anders. Und
hier ist so eine lockere Atmosphäre." Besonders das Leben im Olympischen Dorf
gefiel der dreifachen Staatsmeisterin. Das nächste wichtige Rennen von Osl ist
der Heim-Weltcup am 13./14. September in Schladming.
(APA)
Mountainbike, Cross-Country, Damen - 6 Runden zu je 4,5
km:
1. Sabine Spitz (GER) 1:45:11 Std. - 2. Maja Wloszczowska (POL)
1:45:52 - 3. Irina Kalentjewa (RUS) 1:46:28 - 4. Catharine Pendrel
(CAN) 1:46:37 - 5. Ren Chengyuan (CHN) 1:47:40 - 6. Petra Henzi (SUI)
1:48:41 - 7. Mary McConneloug (USA) 1:50:34 - 8. Georgia Gould (USA)
1:50:51. Weiter: 11. Elisabeth Osl (AUT) 1:51:39