Frankreich: Erneut Zwischenfall in AKW

23. August 2008, 00:01
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Uranhaltige Flüssigkeit in Kraftwerk Pierrelatte ausgelaufen

Lyon - In Frankreich hat sich erneut ein Zwischenfall in einer Atomanlage ereignet. Durch ein defektes Ventil sei eine winzige Menge radioaktives Uran in einen unterirdischen Abwasserkanal des Werks im südfranzösischen Pierrelatte geraten, teilte die Betreiberfirma Comurhex, eine Tochter des Areva-Konzerns, am Freitagabend in einer Erklärung mit. Bei dem Komplex handelt es sich um eine Urananreicherungsanlage. Ursprünglich war fälschlicherweise auch von einem Atomkraftwerk (AKW) die Rede gewesen.

Laut Berechnungen des Werks konnten 250 Gramm Uran jährlich in den den Abwasserkanal umgebenden Boden gelangen. Die Präfektur von Drôme teilte mit, die Umweltrisiken durch das Leck erschienen nach den bisher zugänglichen Informationen sehr gering. Zugleich kündigten die Behörden eine genauere Überprüfung des Schadens an.

Defektes Ventil

Comurhex gab an, Arbeiter hätten während Modernisierungsarbeiten in der Atomanlage bemerkt, dass ein Ventil defekt gewesen sei. Dadurch seien gelegentlich Abwässer aus einem Analyselabor in einen eigentlich nicht mehr genutzten Abwasserkanal gelangt. Die Abwässer sollten demnach eigentlich in eine Wiederaufbereitungsanglage geleitet werden.

"Angesichts des geringen und sehr unregelmäßigen Durchflusses kann die Menge des betroffenen Materials nur gering sein", hieß es in der Erklärung der Betreiber. In der Anlage in Pierrelatte wird Uranhexafluorid hergestellt, dass für die Urananreicherung gebraucht wird.

In der südfranzösischen Atomanlage Tricastin hatten sich Anfang Juli und Anfang August Zwischenfälle ereignet, die nach Behördenangaben keine Gefahr für die Bevölkerung darstellten. Tricastin wird von Socatri, einer weiteren Tochterfirma von Areva, betrieben. (APA/dpa)

 

 

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