ÖAW weist "Nature"-Kritik zurück

22. August 2008, 20:58
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"Vorschnelles Urteil" der Klärung abträglich - Untersuchung ginge stetig weiter - Derzeit Gutachter-Auswahl

Alpbach - Im Fall möglichen wissenschaftlichen Fehlverhaltens rund um eine Harninkontinenzstudie an der Urologie der Medizinischen Universität Innsbruck wies die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) am Freitag die Kritik der Fachzeitschrift "Nature" (Ausgabe 21. August, S. 917) an der Akademie zurück. Sie sei "voll entschlossen", zur Lösung des Falls beizutragen, teilten ÖAW-Präsident Peter Schuster und Generalsekretär Herwig Friesinger in einer Gegendarstellung mit. Man könne versichern, dass die vom am Donnerstag abgesetzten Rektor der Med-Uni, Clemens Sorg, in Auftrag gegebene Untersuchung "stetig weitergeht". Tatsächlich dürfte man aber den Akademie-Ausführungen zufolge erst bei der Auswahl der Gutachter sein.

Parteiliche Unabhängigkeit der Gutachter

Da die Affäre "wissenschaftliche, ethische, gesetzliche und politische" Belange umfasse, trage laut ÖAW ein "vorschnelles Urteil" nicht zur Klärung der Situation bei. Im Gegenteil, es könne der Eindruck entstehen, dass die Ergebnisse durch politische Überlegungen "beeinflusst sein könnten". Daher sei es wichtig, die "verschiedenen Facetten" des Falls sorgfältig zu erheben und auf eine Art zu prüfen, der der Akademie "gültige und unabhängige Schlussfolgerungen" erlaube. Die mit der Untersuchung befassten Personen sollten nicht nur auf der Grundlage ihrer wissenschaftlichen Kompetenz und "moralischen Integrität", sondern auch auf Basis ihrer parteilichen Unabhängigkeit ausgesucht werden. "Tatsächlich sind bereits eine Zahl an Kandidaten ermittelt worden", heißt es in der Gegendarstellung.

Es seien derzeit noch keine "extern sichtbaren Maßnahmen" durchgeführt worden. Die Abberufung Sorgs werde die Prüfung des Falls durch die ÖAW aber weder beenden noch beeinflussen. Für die ÖAW ist es wichtig, dass solche Angelegenheiten unparteilich und unvoreingenommen behandelt werden. Daher weise man alle Äußerungen zurück, dass die ÖAW auf irgend eine Weise in politische Aktionen oder Geschehnisse involviert sei, die wissenschaftliches Fehlverhalten befürworten und die der Forschungsgemeinde schaden könnten. (APA)

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