"Das Vorzimmer sollte vorzugsweise achteckig sein, im Schlafzimmers sollte das Bett niemals mit dem Kopfteil zur Tür stehen, und sollten Sie das Gefühl haben, dass Ihr Partner fremdgeht, so ist dies am besten an der Beziehungsecke draußen auf der Terrasse zu erkennen", schreibt eine Feng-Shui-Beraterin auf ihrer Homepage.
Die vielen banalen Tipps aus dem Internet haben in den letzten Jahren dazu beigetragen, dass die chinesische Wissenschaft von Wind und Wasser, wie die wörtliche Übersetzung von Feng-Shui lautet, heute von vielen belächelt wird. "Was die Österreicher unter Feng-Shui verstehen, ist mitunter schlimm", sagt Manfred Kainz, professioneller Feng-Shui-Berater, "jeder, der einmal ein Buch darüber gelesen hat, nennt sich bereits Berater und bietet seine Dienste ahnungslosen Kunden an."
"Keine Hexerei"
Irgendwo einen Kristall an die Decke zu hängen und das Bett um fünf Zentimeter zu verschieben - damit sei es nicht getan. "Feng-Shui lässt sich größtenteils physikalisch erklären und ist daher beileibe keine Hexerei. Dennoch: Auf ein paar Tipps aus dem Internet kann man das nicht reduzieren."
Kainz, der Kunden vom Wohnungsmieter bis hin zum Bauträger berät, empfiehlt, einen etwaigen Feng-Shui-Berater schon so früh wie möglich in die Planung einzubinden. "Wenn ich in ein fix fertiges Haus komme und es nur noch darum geht, die Möbel zu verschieben, ist es eigentlich schon zu spät." Die wichtigsten Fragen im Feng-Shui drehen sich rund um die Geomantie und Radiästhesie, also um die Erdstrahlung und um die Globalgitternetzlinien, die die Erde umspannen. Die Inneneinrichtung der Wohnung hingegen macht nur einen Bruchteil aus.
"Das Problem liegt in der Praxis", sagt der Wiener Architekt Lutz Lehmann, "in einer Wohnhausanlage kann man als Endverbraucher nicht mehr wahnsinnig viel Einfluss auf die Lage des Hauses nehmen." Viele Kunden, wenn sie nicht gerade ein Einfamilienhaus bauen, müssten mit der reinen Zimmergestaltung und der Inneneinrichtung also vorliebnehmen.
Aus Erfahrung weiß der auf Feng-Shui spezialisierte Architekt jedoch: Bei jeder Wohnung kann man etwas machen. "Ich habe in meinem Leben eine einzige Wohnung besichtigt, bei der ich passen musste. Unter dem Schlafzimmer befand sich ein Traforaum. Mann muss kein Anhänger des Feng-Shui sein, um zu verstehen, dass das einfach nicht gutgehen kann."
Gesunder Menschenverstand
Ein Beispiel für die angewandte Lehre des Feng-Shui ist das Meditationszentrum Zendo im 15. Bezirk in Wien. Dabei wurde eine rund 80 Quadratmeter große Gründerzeitwohnung umgebaut. "Es beginnt bereits beim Eingang", erklärt Architekt Siegfried Meinhart, "an jeder einzelnen Schwelle, müssen Sie dafür sorgen, dass die Besucherinnen und Besucher allmählich zur Ruhe finden."
Die architektonischen Tricks reichen von den Materialien, über die Farben, bis hin zu akustischen und haptischen Maßnahmen. Meinhart: "Es ist ein Unterschied, ob Sie über einen weichen Teppichboden, über Kunststoff oder über Vollholz gehen." Feng-Shui, so versichert der Architekt, sei nichts anderes als auf den Menschen bezogene Raumgestaltung. Letztendlich seien die Inhalte der chinesischen Lehre mit gesundem Menschenverstand genauso gut erzielbar.
Auf dem Markt angeboten werden einzelne Feng-Shui-Beratungsstunden um rund 200 Euro, begleitende Planungen um einige hundert Euro, oder aber umfangreiche Pakete, bei der man schon mit Honoraren im vierstelligen Bereich rechnen muss. Es ist daher zu empfehlen, sich vor Auftragsvergabe an mehrere Berater zu wenden und Angebote einzuholen.
Wer mit den Spielregeln intelligenter Architektur vorliebnimmt und sich lediglich in Fragen der Raumgestaltung beraten lassen will, der wird wahrscheinlich bald einmal fündig. Wer jedoch Wert darauf legt, eine fundierte Feng-Shui-Beratung nach traditionell chinesischem Vorbild zu erhalten, der muss wahrscheinlich länger suchen - und mehr zahlen. (Wojciech Czaja, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 23./24.8.2008)
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Die wahre Musik spielt hier:
http://www.sheng-fui.de/
... und schon auf den ScienceBlogs:
http://www.scienceblogs.de/kritisch-... em-klo.php
... Nadelstecherei = Placebo, etwa hier:
http://www.journalmed.de/newsview.... p?id=10081
das problem sind nicht unbekannte felder, die entstehung des universums, die hirnforschung, psychologie alles größtenteils unbekannte felder, diskutiere ich gern aber ein offensichtlicher blödsinn wie das hier darf in einer selbsternannten qualitätszeitung eigentlich gar keinen platz haben. aber da erwarte ich wohl zu viel vom standard.
mit welcher Hartnäckigkeit manche Leute an der Existenz von "unbekannten Feldern" und Kräften festhalten. Entweder diese Phänomene sind unbekannt, dann können jene Leute auch keine Kenntnis davon besitzen. Verfügen sie aber darüber, dann sind es keine unbekannten Kräfte, und niemand hindert sie daran, diese dem Rest der Welt zu demonstrieren.
Das Problem ist, daß sie das nicht können, weil sich besagte Erscheinungen jedem Nachweis entziehen und in schöner logischer Zirkularität nur für jene wahrnehmbar sind, die "dafür offen sind", mit anderen Worten: nur in ihrem Kopf existieren.
Wissenschaft leugnet *nie* die Möglichkeit unbekannter Phänomene, sie akzeptiert persönliche Offenbarung nur nicht als Beweis ihrer Existenz.
jetzt genau.
dass unbekannte felder wissenschftlich nicht erwiesen sind oder, dass es sie schlichtweg nicht geben kann?
es wird immer menschen, deren wahrnehmung über die anderer hinausgeht, und trotzdem ist deren wahrnehmung richtig.
bestes beispiel die medizin - hier ändert sich alle 10 jahre, wissenschaftlich erwiesenes. heute stimmt dieses - morgen jenes.
jedes mal bewiesen und trotzdem jedesmal anders.
sicher gibt es viele schräge leute, die so manches spüren, doch gibt es auch vieles, welches uns noch keineswegs bekannt ist.
gerade bei feng shui geht es um harmonie, diese ist spürbar, erlebbar - und vielleicht auch in einem gehirnlabor auch schon messbar - so what?
daß die bloße Behauptung "ich nehme X wahr" nicht genügt, um die Existenz von X zu beweisen.
Empfohlene "Literatur": Mein Freund Harvey (im Original: Harvey), mit James Stewart. Siehe http://us.imdb.com/title/tt0042546/
sowohl nach außen im Sinne der Naturwissenschaften, als auch innere.
Fragen darüber können in dieser Lehre nicht gestellt werden, weil es sich um eine dogmatische Lehre handelt. Es ist wie mit der christlichen Trinität und der unbefleckten Empfängnis. Sie können es nur glauben müssen. Wer enrsthaft fragt, verläßt den bequemen scheinharmonischen Denkkäfig. Davor haben die Zaghaften große Angst und verharren lieber in der Esoterik; und Auswahl gibt es mehr denn je!
ich hoffe sie antworten nicht mit 5, denn mittlerweilen sind es schon sieben.
ich wette in ein paar jahrzehnten noch mehr.
soviel zur medizin, beispielhaft.
harmonie ist erlebbar - oder welches wort sie immer dafür verwenden wollen.
fühlen sie sich manchmal wohl?
haben sie schon herausgefunden, woran, an welchen umständen - orten etc. es liegt?
eben es gibt vieles, das dazu beiträgt - manches erklärbar - manches eben noch nicht - und genau darum geht es - da wird es dann esoterisch und ungenau...
Zitat:> Wissenschaft leugnet *nie* die Möglichkeit unbekannter Phänomene<
Ja da haben sie sicher Recht. Hier und im Wissenschaftsteil strotzt es bei solchen Themen nur so von Postings der Möglichkeit unbekannter Phänomene. Die Wortmeldungen lassen eindeutig darauf schlissen.
*Ironie Ende*
Die Wissenschaft z.T. Ja, der Laie scheut diese Möglichkeiten meist wie die Katze das Wasser und behilft sich mit spötteln.
Da sind wir jetzt aber wieder am Start: Wenn diese Kräfte/Felder "unbekannt" sind (d.h. keinen Nachweis besitzen), dann können auch jene "Berater" auch nichts davon wissen. Wenn sie es wüßten, könnten sie es nachweisen, dann wär's aber nicht mehr "unbekannt" (da wir hier nicht von der Mafia reden, bei der man zwar was wissen, aber uU nicht nachweisen kann).
Na ja, ich möchte hier keine Lanze für Feng-Shui-Berater brechen oder deren Qualität beurteilen. Aber ganz so sehe ich es nicht.
Wenn eigentlich quer durch alle Kulturen so etwas Unerklärliches (Qi, Atman, Prana oder wie sie auch immer benannt sind. Aber auch m.E. Sheldrakes morphogenetische Felder) in der Mythologie auftaucht, dann könnte man doch meinen, dass wenn es denn Felder geben sollte die noch nicht bekannt sind eben diese damit gemeint und mehr oder minder gut beschrieben sind.
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