Elf Kilometer langer Riss im grönländischen Eis

22. August 2008, 20:44
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Ein 29 Quadratkilometer-Brocken droht vom Petermann-Gletscher abzubrechen - Gefahr eines Anstiegs des Meeresspiegels

Washington - Im Norden Grönlands haben Forscher einen riesigen Riss im Eis entdeckt. Laut Angaben des Polarforschungszentrums an der Universität von Ohio droht deshalb ein fast 29 Quadratkilometer großes Stück vom großen Petermann-Gletscher abzubrechen. Ein Teil des größten schwimmenden Gletschers auf der Nordhalbkugel wird sich den Experten zufolge noch in diesem Jahr auflösen.

Dies birgt laut Forschern eine große Gefahr: Sollte sich diese Entwicklung verstärken, könnte es den Expertn zufolge zu einem noch stärkeren Anstieg des Meeresspiegels führen als es ohnehin schon durch das Schmelzen der Gletscher im Süden Grönlands kommen wird.

Frage der Zeit

Der jetzt auf Satellitenbildern entdeckte Riss ist elf Kilometer lang und rund 800 Meter breit. Er liegt ungefähr in der Mitte des im Wasser schwimmenden Teils des rund 1.300 Quadratkilometer großen Petermann-Gletschers. Auf den Bildern sind auch noch weitere kleinere Risse zu erkennen. "Die Bilder sprechen für sich", sagten die Forscher. "Der Riss bewegt sich und er bewegt sich schneller und schneller zur Front. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis ein großes Stück abbricht. Es steht unmittelbar bevor."

Frage der Hintergründe

Eisabbrüche gab es am Petermann-Gletscher auch schon zuvor. Was die Forscher aber noch mehr beunruhigt, ist das Gesamtbild, das sich aus den jüngsten Berichten ergibt. Demnach wandert "das Phänomen immer weiter nach Norden". Die große Frage, die sich die Wissenschaftler dabei stellen, ist, ob diese Abbrüche noch normal sind in der Entwicklung von Gletschern oder ob es Auswirkungen der globalen Erwärmung sind. "Es ist ein großes Ereignis", sagte ein NASA-Eiswissenschafter. "Es ist sicher ein Signal, aber wir wissen noch nicht, was es bedeutet." (APA/ag.)

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    Foto: APA/EPA/BYRD POLAR RESEARCH CENTER

    Elf Kilometer erstreckt sich der Riss mittlerweile im Norden des Grönlandischen Eises. Das Große Schmelzen breitet sich den Forschern zufolge immer weiter nach Norden aus: Eine Folge der Erderwärmung oder natürlicher Prozess?

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