Fekter sorgt für Empörung bei Muslimen

22. August 2008, 18:43
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Al Rawi: Ministerin kennt die eigenen Gesetze nicht - Fekter gehe es nur darum, "die Rolle der FPÖ" zu übernehmen

Wien - Für Kopfschütteln hat Innenministerin Maria Fekter (ÖVP) mit Aussagen im Standard- Sommergespräch bei Omar Al-Rawi, SPÖ-Gemeinderat und Integrationsbeauftragter der Islamischen Glaubensgemeinschaft (IG), gesorgt. Fekter hatte gemeint, "in manchen Kulturkreisen gibt es Cousin-Cousinen-Ehen in dritter Generation". In Österreich sei das zwar verboten, wenn die Ehen im Ausland geschlossen werden, müssten sie aber in Österreich anerkannt werden.

Fekter gehe es in Wahrheit nur darum, "die Rolle der FPÖ" zu übernehmen und "islamfeindliche Aspekte" in den Wahlkampf einzubringen, sagte Al Rawi am Freitag. Mit Begriffen wie "Kulturdelikt" erzeuge sie bewusst den Eindruck, als würde das nur Muslime betreffen. Bezeichnend sei auch, dass die Innenministerin die eigenen Gesetze nicht kenne. Schließlich seien in Österreich Ehen zwischen Cousin und Cousine erlaubt.

Das bestätigte man auf Anfrage des Standard auch beim Fachverband der Standesbeamten. Demnach sind in Österreich nur Ehen zwischen Eltern und Kindern oder zwischen Geschwistern verboten.

Für Al Rawi interessant: "Man darf nicht vergessen, dass auch Kaiser Franz Joseph und Sisi - das Parademonarchistenpaar - Cousin und Cousine waren." Zusatz: Formal erlaube zwar auch der Islam solche Ehen, aus genetischen Gründen werde aber allen Muslimen nahegelegt, sie nicht einzugehen. (go/DER STANDARD, Printausgabe, 23.8.2008)

 

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