Zum 286. Mal: Hauptsache gewinnen

22. August 2008, 18:35
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Am Sonntag empfängt Rapid die Austria. Von den Voraussetzungen her müsste ziemlich guter Fußball geboten werden. Beide Trainer haben sich an die Tradition gehalten und den Sieg als Ziel ausgegeben

Wien - Auch das 286. Wiener Derby zwischen Rapid und der Austria unterliegt selbstverständlich eigenen Gesetzen. Über deren Einhaltung wird am Sonntag ab 17 Uhr im ausverkauften Hanappi-Stadion entschieden. Das Vorgeplänkel war traditionell mühsam, von beiden Seiten wurde natürlich ausdrücklich die Wichtigkeit dieser Partie betont. Karl Daxbacher, der sein erstes Derby als Austria-Trainer bestreitet, freut sich zudem auf die "reizvolle Aufgabe und die Superstimmung. Man ist als Trainer angespannter. Du musst an der Linie praktisch machtlos zuschauen, als Spieler ist der Einfluss größer." Rapid sei, so Daxbacher, aufgrund des Heimvorteils leicht zu favorisieren. "Wir werden uns aber nicht verstecken, sondern dagegenhalten und versuchen, zu gewinnen." Kollege Peter Pacult gab nicht minder Epochales von sich: "Der Sieg ist auch das Ziel von Rapid. Die Austria interessiert mich nicht."


Beide Teams, und das ist durchaus interessant, sind sehr solide in die Meisterschaft gestartet. Rapid ist punktgleich mit Sturm Graz Zweiter, die Austria hat auch nur einen Zähler weniger aufzuweisen, ist dafür als einziges Team noch ungeschlagen. Für Tore sind grundsätzlich Stürmer zuständig, bei Rapid hält sich das Duo Stefan Maierhofer und Erwin Hoffer an diese Vorgabe. Jeder der beiden hat schon fünfmal getroffen, Europacup exklusive. Maierhofer: "Wenn ich diesmal leer ausgehe und Kulovits, Boksovic oder andere die Tore schießen, ist es auch egal. Hauptsache, wir gewinnen."


Maierhofer sagte noch, dass er sein Debüt in der Nationalmannschaft gegen Italien (2:2) "ein Leben lang in positiver Erinnerung" behalten werde. Und dass er keinen Wechsel zu Hull City anstrebe. "Die Sache ist erledigt, bei mir haben sich die Engländer nicht gemeldet." Bei Hoffer übrigens auch nicht, seine Zukunftsplanung schaut so aus: "Ich habe noch kein Derby-Tor erzielt. Das sollte sich am Sonntag endlich ändern." (red, DER STANDARD, Printausgabe, 23./24. August 2008)

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