Russen behalten wichtigste Straße

22. August 2008, 18:37
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Strecke von Tiflis und den Häfen an der Schwarzmeerküste als "Verantwortungszone" in Georgien

Die russische Regierung hat sich ungeachtet einer Vereinbarung über eine Waffenruhe und einem von Staatspräsident Dmitri Medwedew angekündigten Rückzug der Armee für eine längere Präsenz ihrer Soldaten in Georgien entschieden. Während die Russen am Freitag, zwei Wochen nach Kriegsausbruch in der Kaukasusrepublik, den Rückzug aus Georgien offiziellen Angaben zufolge beendeten, kündigte der Vize-Stabschef der Armee, Alexander Nogowitsin, an, dass Russland Teile der strategisch wichtigsten Straße Georgiens zwischen der Hauptstadt Tiflis und den Häfen an der Schwarzmeerküste als "Verantwortungszone" kontrollieren wird.

Die von beiden Seiten unterzeichnete Waffenruhe sieht einen Rückzug der russischen Truppen auf die Grenzen vor dem Kriegsausbruch am 7. August vor. Moskau unterhielt wie Georgien und die Osseten 500 Soldaten in der Separatistenprovinz Südossetien gemäß einer Friedensvereinbarung von 1994. Der finnische Außenminister und OSZE-Vorsitzende Alexander Stubb wirbt nun für einen internationalen Beauftragten, der nach dem Modell des Kosovo das südossetische Gebiet verwalten soll. (Markus Bernath aus Tiflis/DER STANDARD, Printausgabe, 23./24.8.2008)

 

  • Russische Militärfahrzeuge am Südportal des Roki-Tunnels, der Nord- und Südossetien verbindet.
    foto: epa

    Russische Militärfahrzeuge am Südportal des Roki-Tunnels, der Nord- und Südossetien verbindet.

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