Schnellere Entnahme von Blutstammzellen wird möglich

24. August 2008, 21:28
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Neue Nadel verkürzt den Prozess deutlich und bringt Vorteile für Spender und Empfänger

Heidelberg - Blutstammzellen können künftig schneller und schonender entnommen werden. Mediziner der Uniklinik Heidelberg veränderten eine Punktionsnadel so, dass sich die Dauer einer Entnahme im Vergleich zum früheren Vorgehen mehr als halbiert. Aus dem Beckenknochen lassen sich die Zellen für eine Knochenmarktransplantation nun statt in 27 Minuten in nur zwölf Minuten absaugen.

In Europa werden jährlich rund 10.000 Stammzellspenden transplantiert, rund 2.500 davon durch Entnahme von Knochenmark aus dem Knochen. Dabei wird eine Hohlnadel in den Beckenknochen des Spenders eingeführt und etwa ein Liter Knochenmarkblut abgesaugt. Die Prozedur dauert der Klinik zufolge etwa eine Stunde und wird in Vollnarkose vorgenommen.

Vorteile der neuen Nadel

Die neue Nadel besitzt zusätzlich fünf Löcher an der Seite, so dass mehr Knochenmark abgesaugt werden kann. Dies bringt Vorteile für Spender und Empfänger. Ein kürzerer Eingriff geht mit einem geringeren Risiko für Komplikationen einher. Zudem weist das Transplantat nach Angaben der Uniklinik weniger Lymphozyten auf, so dass eine Abstoßungsreaktion unwahrscheinlicher wird.

"Mit dieser Studie haben wir einen neuen Standard gesetzt", sagt Heinrich Lannert. 81 Prozent der Knochenmarkspender, die mit der optimierten Nadel punktiert wurden, konnten die Klinik am selben Tag wieder verlassen, im Vergleich zu 44 Prozent der herkömmlich punktierten Personen. Das neue Verfahren soll bald routinemäßig am Heidelberger Klinikum eingesetzt werden. (APA/AP)

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