Schlechte Luft belastet unser Herzkreislaufsystem

22. August 2008, 16:32
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Feinstaub beeinträchtigt Durchblutung der Herzkranzgefäße und die Pumpleistung des Herzens - Schädigung schon nach kurzer Zeit

Washington - Feinstaub in der Atemluft belastet nicht nur die Lungen, sondern zieht auch das Herz und die Blutgefäße in Mitleidenschaft - das Herzkreislaufsystem wird schon nach kurzer Zeit geschädigt.

"Wir dachten früher, dass Luftverschmutzung vor allem die Lungen betrifft", sagt Robert Kloner von der Universität von Südkalifornien in Los Angeles. "Jetzt wissen wir, dass sie auch schlecht für das Herz ist." Die winzigen Partikel, die etwa aus dem Straßenverkehr stammen, werden dem Mediziner zufolge über die Lunge aufgenommen und gelangen dann mit dem Blut zum Herzen. Dort beeinträchtigen sie die Durchblutung der Herzkranzgefäße und die Pumpleistung des Organs. Zudem fördern sie die Neigung zu Blutgerinnseln, erhöhen das Risiko zu Rhythmusstörungen und treiben den Blutdruck in die Höhe.

Gefährlichkeit auch innerhalb von Grenzwerten

Diese Effekte treten schon bei durchaus gängigen Konzentrationen auf. "Es ist keine Umweltkatastrophe erforderlich, damit Luftverschmutzung Schäden verursacht", sagt Kloners Kollege Boris Simkhovich. "Luftverschmutzung kann schon bei Konzentrationen gefährlich sein, die innerhalb der bestehenden Grenzwerte liegen." Dies gelte vor allem für ältere Menschen und Diabetiker, schreiben die Mediziner im "Journal of the American College of Cardiology".

Gerade Herzkreislauf-Patienten sollten an Tagen mit hoher Schadstoffbelastung nicht im Freien Sport treiben, rät Kloner. (APA/AP)

Abstract
Journal of the American College of Cardiology: Air Pollution and Cardiovascular Injury

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    Feinstaub schädigt unser Herzkreislaufsystem schon nach kurzer Zeit.

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