Jamaikas Sprint-Staffel blieb in 37,10 Sekunden gleich um drei Zehntel unter dem Weltrekord - Silber für Trinidad und Tobago vor Japan - Bei der 4 x 100 m Staffel der Damen ging Jamaica leer aus, den Sieg holte sich Russland
Das jamaikanische 4x100-m-Quartett mit Weltrekordler Usain Bolt und seinem Vorgänger Asafa Powell hat sich am Freitag in der neuen Weltrekordzeit von 37,10 Sekunden in überlegener Manier den Olympiasieg geholt und die bisherige Bestzeit um unglaubliche 0,3 Sek. verbessert. Die Karibik-Sprinter gewannen im Nationalstadion vor der Staffel aus Trinidad (38,06) und Japan (38,15). Für den 22-jährigen Bolt war es nach 100 und 200 m der dritte Olympiasieg mit Weltrekord in Peking.
Bolt gesellt sich zu drei US-Amerikanern
Die bisherige Rekordzeit von 37,40 Sekunden war von zwei US-Teams 1992 bzw. 1993 gelaufen worden. Die Jamaikaner (Nesta Carter, Michael Frater, Bolt und Powell) degradierten die Konkurrenz in Abwesenheit der US-Staffel, die im Vorlauf gescheitert war, zu Statisten. Vor Bolt, der schon über 100 m (9,69) und 200 m (19,30 Sek.) in Fabelzeiten erfolgreich geblieben war, hatten bisher nur die drei US-Amerikaner Jesse Owens (1936 in Berlin), Bobby Morrow (1956 in Melbourne) und Carl Lewis (1984 in Los Angeles) dreimal olympisches Gold im Sprint bei denselben Sommerspielen geholt. Owens und Lewis hatten zudem auch noch im Weitsprung triumphiert.
Russland siegte bei den Damen, Jamaica out
Im Gegensatz zu den Herren patzte die Damen-Staffel der favorisierten Jamaikanerinnen bei der zweiten Übergabe und schied aus. Gold ging in 42,31 Sekunden an das russische Quartett, das sich klar vor Belgien (42,54) und Nigeria (43,04) durchsetze. Nach dem vorzeitigen Ausscheiden der US-Staffel wegen eines Wechselfehlers, waren die Jamaikanerinnen als haushohe Favoriten in den Endlauf gegangen. Beim zweiten Wechsel waren sich die beiden 100-m-Silbermedaillengewinnerinnen Sherone Simpson und Kerron Stewart jedoch nicht einig und verhalfen dem russischen Quartett Jewgenija Poljakowa, Alexandra Fedoriwa, Julia Guschtschina und Julia Schermoschanskaja zu Gold.
Langstrecken-Double für Dibaba
Die 5.000 m der Frauen gerieten nach sehr langsamen Beginn zu einem Steigerungslauf mit dem erwarteten Ausgang. Die 23-jährige Weltrekordhalterin Dibaba gewann mühelos den Schlusssprint und sicherte sich als erste Frau der Geschichte das olympische Langstrecken-Double. Die Siegerin über 10.000 m setzte sich wie schon über die längere Distanz vor der gebürtigen Äthiopierin Elvan Abeylegesse aus der Türkei durch, Bronze erlief sich ihre Landsfrau und Titelverteidigerin Meseret Defar. Kenia ging leer aus, Sylvia Kibet und Vivian Cheruiyot folgten auf den weiteren Plätzen.
Maggi einen Zentimeter vor Lebedewa
Die knappste der möglichen Entscheidungen um Gold gab es im Weitsprung der Frauen. Die Brasilianerin Maurren Higa Maggi gewann mit der Weite von 7,04 m einen Zentimeter vor Weltmeisterin und Titelverteidigerin Tatjana Lebedewa aus Russland. Bronze holte sich überraschend die Nigerianerin Blessing Okagbare (6,91 m). Die 32-jährige Maggi war im Jahr 2003 wegen eines positiven Dopingtests für zwei Jahre gesperrt worden. Die ehemalige schwedische Siebenkampf-Dominatorin Carolina Klüft (6,49 m) kam über Rang neun nicht hinaus. Lebedewa holte ihr zweite Medaille in Peking, sie hatte sich bereits im Dreisprung Silber gesichert.
Hooker kann am besten mit dem Stab
Zum Abschluss der Bewerbe im mit 91.000 Zuschauern erneut ausverkauften Nationalstadion gewann der Australier Steve Hooker den Stabhochsprung mit tollen 5,96 m vor dem Russen Jewgenij Lukjanenko (5,85) und Denis Jurtschenko (5,70) aus der Ukraine. Die Höhe von Hooker bedeutete neuen olympischen Rekord.
Vor dem finalen Olympia-Wochenende fielen bereits fünf Leichtathletik-Weltrekorde im "Vogelnest": Neben Bolt und Jamaikas Sprint-Staffel stieß auch Gulnara Samitowa-Galkina über 3.000 m Hindernis in 8:58,81 Minuten in eine neue "Dimension" vor. Und die russische Stabhoch-Überfliegerin Jelena Isinbajewa steigerte ihre eigene Bestmarke auf 5,05 m. (APA)