Maierhofer hat Austria im Visier

22. August 2008, 15:38
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Der Rapid-Stürmer hat gute Erinnerungen an den Stadtrivalen und möchte auch ohne Maske zuschlagen. Daxbacher favorisiert Rapid

Wien - Mit dem 286. großen Wiener Derby zwischen Rapid und Austria im mit 18.000 Zuschauern schon seit Tagen ausverkauften Hanappi-Stadion wird am Sonntag (17.00 Uhr) die siebente Runde zur Bundesliga abgeschlossen. Gelingt den Favoritnern der erste Sieg in der Hütteldorfer Fußball-Hochburg seit 2. Mai 2004 (2:1) oder bleibt Meister Rapid dank seines treffsicheren Sturms erster Jäger von Titelfavorit Red Bull Salzburg, fragen sich nicht nur die Fans.

Maierhofer mit guten Derby-Erinnerungen

Zuletzt hatten die Grünweißen vor eigenem Publikum gegen den Lokalrivalen aufgrund eines Derby-Debütanten nichts anbrennen lassen und am 18. März durch Treffer nach der Pause 2:0 gewonnen. Damals war Stefan Maierhofer, nach einem Nasenbeinbruch mit einer Spezialmaske angetreten, mit einem Doppelpack zum Matchwinner avanciert. Der Geschichtsschutz, der für die ORF-Aktion "Licht ins Dunkel" versteigert wird, ist weg, aber treffen möchte der Stürmer trotzdem.

"Ich hoffe, auch ohne Maske zuzuschlagen. Wenn ich diesmal leer ausgehe und Kulovits, Boksovic oder ein anderer treffen, ist es auch egal, Hauptsache wir gewinnen und holen die drei Punkte", sagte der groß gewachsene Neo-Teamspieler, der seine ÖFB-Premiere in Nizza gegen Weltmeister Italien "ein Leben lang in positiver Erinnerung" behalten wird. Erwin Hoffer, sein Partner an vorderster Rapid-Front, hat gegen den Stadtrivalen noch nie getroffen und meinte: "Ich hoffe, am Sonntag ist es endlich so weit."

Gemeinsam haben die "schrecklichen Zwillinge" in den jüngsten fünf Pflichtspielen (exkl. Cup, inkl. Champions-League-Qualifikation) zwölf Tore (je 6) erzielt. In dieser Tonart soll es natürlich noch möglichst lange Zeit weitergehen. Meldungen, wonach Maierhofer die Rapidler verlassen und nach England wechseln könnte, haben am Freitag sowohl der Betroffene als auch der grünweiße Sportdirektor Alfred Hörtnagl neuerlich dementiert.

Hull City-Gerüchte

"Weder mir noch meinem Berater und meinem Verein liegt ein Angebot vor. Somit ist die Sache erledigt. Ich konzentriere mich auf Sonntag", erklärte Maierhofer zu den Gerüchten im Internet der Tageszeitung "Daily Mail" und der Webseite www.premiershiplatest.com, wonach er für 1,5 Mio. Pfund (1,89 Mio. Euro) vom englischen Premier-League-Aufsteiger Hull City gelockt werde.

Hörtnagl versicherte, dass der drei Jahre an den Verein vertraglich gebundene Teamstürmer auch keine Ausstiegsklausel im Kontrakt besitze. "Wir sind auch nicht an einem Transfer interessiert, brauchen Stefan für unsere Ziele. Das alles ist nur heiße Luft, es liegt nichts auf dem Tisch und für mich ist das Thema abgehakt", sagte der Ex-Internationale am Freitag klipp und klar.

Derby-Debütant Daxbacher

Während Rapid-Trainer Peter Pacult schon sein achtes Derby als Feldherr bestreitet, gibt sein Widerpart Karl Daxbacher sein Derby-Debüt und freut sich schon auf die "reizvolle Aufgabe und die Superstimmung" im Hanappi-Stadion. "Man ist als Trainer mehr angespannt als als Spieler, an der Linie muss man praktisch machtlos zuschauen", meinte der 55-Jährige, der als Aktiver sowohl sein erstes (2:5) als auch letztes Derby (3:3 n.V. 5:6 im Elferschießen jeweils im Cup) verloren hat.

Obwohl er die Hausherren aufgrund des Heimvorteils als "leichten Favoriten" einstuft, glaubt er an seinen erfolgreichen Derby-Einstand: "Wir werden uns nicht verstecken, sondern voll dagegenhalten und versuchen zu gewinnen." Für Pacult sind die Aussagen seines Kollegen "legitim." "Der Sieg ist auch das Ziel von Rapid", konterte der Wiener, den die Austria nicht interessiere. "Für mich ist nur Rapid wichtig." (APA)

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    Das selbsternannte Phantom von Hütteldorf entschied das letzte Derby mit seinen Treffern quasi im Alleingang. 

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