Zukunft von Fannie und Freddie in Schwebe

22. August 2008, 15:20
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Spekulationen über ein nötiges staatliches Eingreifen hielten sich trotz Dementis des US-Finanzministeriums, Freddie Mac findet keinen neuen Kapitalgeber

New York - Die Sorgen um die krisengeschüttelten größten US-Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac reißen nicht ab. Spekulationen über ein nötiges staatliches Eingreifen hielten sich am Freitag trotz Dementis des US-Finanzministeriums weiter. Freddie Mac blieb unterdessen laut Medienberichten bei der Suche nach neuen Kapitalgebern weiter erfolglos.

Eine sich weiter verschärfende Krise der verlustreichen Institute hätte für die Finanzmärkte weltweit unabsehbare Folgen. Fannie Mae und Freddie Mac stehen mit einem Volumen von mehr als fünf Bill. Dollar (3.375 Mrd. Euro) hinter jedem zweiten US-Hauskredit. Auch in Europa und Asien haben Banken die Schuldpapiere zur Finanzierung der Zwillings-Institute gekauft.

Die nächste an den Märkten mit Zittern erwartete Hürde: Ende September laufen nach Marktschätzungen Papiere der zwei Häuser für rund 225 Mrd. Dollar aus und müssen neu verkauft werden. Freddie Mac musste in einer solchen Finanzierungsrunde vor wenigen Tagen wegen der Probleme die bisher höchsten Zinsen zahlen. Aus Asien und Europa kam laut Berichten weniger frisches Kapital als bisher.

Das US-Finanzministerium führt unterdessen laufend Krisengespräche mit beiden Unternehmen. Für den Notfall eines weiteren Absturzes schnürte die Regierung bereits ein Rettungspaket aus Steuergeldern. Sie kann im Zweifel Kredite geben und Aktien der einst vom Staat gegründeten und heute börsennotierten Finanzierer kaufen. Aktionäre befürchten, dass ihre Papiere dann praktisch wertlos werden könnten. Der Börsenwert der Gesellschaften fiel seit dem verschärften Ausbruch der Kreditkrise vor rund einem Jahr um jeweils mehr als 90 Prozent.

Wegen des befürchteten Verfalls des Aktienwerts bei einem staatlichen Eingriff sei Freddie Mac auf seiner Suche nach Investoren weiter erfolglos, berichtete das "Wall Street Journal". Der Finanzierer will seit Wochen rund 5,5 Mrd. Dollar frisches Kapital einsammeln. Die zwei Institute erlitten durch die Immobilienkrise bisher ein Minus von zusammen fast 15 Mrd. Dollar. Weitere Verluste und Milliardenabschreibungen werden erwartet. (APA/dpa)

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