Panne bei Studienplatzvergabe in Deutschland

25. August 2008, 09:29
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Die Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen stellte versehentlich eine Datenbank mit 2.300 falschen Bescheiden online - Weil eine Frau deshalb schon ihren Job kündigte, droht eine Klage

Computerpannen sorgen nicht nur an der Med-Uni Wien, sondern auch in Deutschland für Enttäuschung: Die Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen hat versehentlich 2.300 BewerberInnen laut ihrer Homepage einen Platz zugesagt. Die Behörde in Dortmund ist für die bundesweite Platzvergabe in den Studienrichtungen Biologie, Medizin, Pharmazie, Psychologie, Tier- und Zahnmedizin zuständig.

Ein ZVS-Sprecher erklärt den Fehler damit, dass kurzfristig eine falsche Datenbank in das Computersystem hochgeladen wurde. Von den 105.000 Namen waren 2.300 BewerberInnen versehentlich aufgelistet, die aufgrund des Numerus Clausus keinen Studienplatz erhalten haben.

Einem Bericht von SPIEGEL ONLINE zufolge will eine Frau das ZVS klagen, weil sie durch den Fehler ihren Job verloren hat. Nachdem sie die vermeintliche Zusage für den Studienplatz gelesen hatte, gab sie ihrem Arbeitgeber die Kündigung bekannt. Ihre Chancen dürften jedoch gering sein. Die ZVS verschickte noch am selben Tag eine E-Mail an alle BewerberInnen, dass es sich um einen Fehler handelte.

Es war das erste Mal, dass die ZVS die Bescheide nicht nur per Post verschickte, sondern auch online stellte. „Das war ein menschliches Versagen", rechtfertigte sich der Sprecher. Ab 2009 soll die Behörde übrigens nicht mehr die Studienplätze selbst vergeben. Der Bund und die Länder einigten sich in einem Staatsvertrag darauf, dass die Stelle in eine Stiftung umgewandelt wird, die örtliche Zulassungsverfahren unterstützen und freie Studienplätze vermitteln soll. Damit sollen Mehrfach-Zulassungen vermieden und die Studienplätze rascher vergeben werden. (red/derStandard.at)

 

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