Durchschnittlich zwei Schüler weniger pro Klasse

22. August 2008, 13:44
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Wert sinkt durch Klassenschülerhöchstzahl von 22 auf 20,3 Schülern in Volks-, Hauptschulen und AHS-Unterstufen

Die Zahl der Schüler in den ersten und zweiten Klassen der Volksschulen, Hauptschulen und AHS-Unterstufen wird laut Unterrichtsministerium im kommenden Schuljahr auf 20,3 Kinder pro Klasse sinken. Im Schuljahr 2006/07 lag sie noch bei 22 Kindern pro Klasse. Das wird durch die Senkung der Klassenschülerzahlen auf einen Richtwert von 25 erreicht. Diese Maßnahme sowie die damit verbundene Senkung der Gruppengrößen in bestimmten Gegenständen führt dazu, dass im neuen Schuljahr 760 zusätzliche Lehrer einen Job bekommen, erklärte Unterrichtsministerin Claudia Schmied am Rande der Alpbacher Technologiegespräche. Für die Projekte im Schulbereich seien außerdem bis 2011 zusätzlich 900 Millionen Euro notwendig.

Richtwert 25

Die im Vorjahr gestartete Senkung der Klassenschülerzahl auf einen Richtwert von 25 (der um 20 Prozent auf maximal 30 Schüler überschritten werden kann) wird im kommenden Schuljahr fortgesetzt und damit auf die zweiten Klassen ausgeweitet. Durch dieses aufsteigende System soll gewährleistet werden, dass es ab dem Schuljahr 2010/11 in allen Volksschulen, Hauptschulen und AHS-Unterstufen nur noch kleine Klassen gibt, "Klassen mit mehr als 30 Schülern gehören der Vergangenheit an", sagte Schmied.

An den Volks- und Hauptschulen wird die angestrebte Klassengröße von maximal 25 Schülern mit 18,7 (2006/07: 20) bzw. 20,4 (2006/07: 22,7) klar unterschnitten. An den AHS liegt sie mit 25,9 noch über dem Zielwert, allerdings schon deutlich unter dem Stand von 2006/07 mit 27,8 Kindern pro Klasse. Schmied argumentiert, diese Überschreitung bewusst in Kauf zu nehmen, "da kein Kind mit AHS-Reife aus Platzgründen abgewiesen werden soll". Aufgrund des Platzmangels an und des verstärkten Zustroms der Schüler in die AHS müsse neuer Schulraum geschaffen werden. Deshalb will die Ministerin im September ein Infrastrukturpaket in der Höhe von über einer Milliarde Euro für Investitionen in Bundesschulen in den kommenden zehn Jahren präsentieren.

Kleinere Sprachengruppen

Parallel zur Senkung der Klassenschülerzahl werden auch die Gruppengrößen, etwa im Fremdsprachenunterricht, gesenkt. So sinkt laut Schmied die durchschnittliche Größe einer Englischgruppe in der ersten Klasse AHS von 23,5 in 2006/07 auf 17,5 im kommenden Schuljahr. Zur Senkung der Drop-out-Quote in der 9. Schulstufe in den berufsbildenden mittleren und höheren Schulen - also den ersten Klassen von berufsbildenden mittleren und höheren Schulen sowie Oberstufenrealgymnasien - wird auch beim Unterricht in Sprachen, Mathematik und einem schulspezifischen Schwerpunktfach die Gruppengröße verkleinert. So sinke in der 9. Schulstufe die durchschnittliche Gruppengröße in Deutsch von rund 28 auf 20,5 Schüler, in Mathematik von 29,5 auf rund 19,5.

Schmied hebt die Beschäftigungseffekte dieser Maßnahmen hervor: Bereits im vergangenen Schuljahr 2007/08 seien 1.500 zusätzliche Lehrer eingestellt worden, im kommenden Schuljahr kämen - trotz Schülerrückgangs - weitere 760 Pädagogen dazu. "Ohne diese Maßnahmen hätten im vergangenen und im kommenden Schuljahr rund 2.500 Lehrerstellen abgebaut werden müssen", so Schmied. Wichtig ist für Schmied dabei auch, dass "junge, motivierte Lehrer ins Schulsystem kommen". Zudem würden zwischen 2012 und 2020 rund 50 Prozent der Lehrer in Pension gehen. Hier sei es für die Alterspyramide wichtig, dass junge Menschen aufgenommen werden.

Projekte verlangen 900 Millionen Euro

Die Senkung der Klassenschülerzahl und die Verkleinerung der Gruppen in verschiedenen Gegenständen zusammen mit anderen Bildungsprojekten wie Sprachförderung oder Berufsmatura führen zu einem erheblichen Mehraufwand im Bildungsbereich. Von 2008 bis 2011 seien dafür rund 900 Mio. Euro zusätzlich notwendig, sagte Unterrichtsministerin Schmied.

Dieser müsse von der nächsten Regierung jedenfalls bereitgestellt werden, so Schmied weiter. Sie spricht von einer "massiven Investition in die Zukunft unserer Kinder", das Paket sei "die größte bildungspolitische Investition seit etwa 30 Jahren". Die gesetzliche Absicherung dieser Projekte sei die Garantie dafür, dass ein zukünftiger Finanzminister das auch entsprechend budgetär abdeckt. (APA)

 

  • Zum zweiten Mal müssen sich Schulen an den Richtwert von 25 Schülern
halten, bis zum Schuljahr 2010/11 soll es dann nur mehr kleine Klassen
geben.
    foto: derstandard.at

    Zum zweiten Mal müssen sich Schulen an den Richtwert von 25 Schülern halten, bis zum Schuljahr 2010/11 soll es dann nur mehr kleine Klassen geben.

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