Vorarlberger Kraftwerke erwartet Gewinnrückgang

22. August 2008, 13:29
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Zum Halbjahr verringerte sich das Ergebnis nach Ertragssteuern von 22,7 auf 22,3 Mio. Euro - Umsatz stieg von 194,9 auf 236,5 Mio. Euro

Bregenz - Das börsennotierte Energieunternehmen "Vorarlberger Kraftwerke AG" (VKW) hat im ersten Halbjahr 2008 bei Umsatzerlösen von 236,5 Mio. Euro (1. Halbjahr 2007: 194,9 Mio.) ein leicht rückläufiges Ergebnis nach Ertragssteuern von 22,3 Mio. Euro (2007: 22,7 Mio.) erzielt. Bei einer im langjährigen Mittel liegenden Stromaufbringung in den noch ausstehenden Monaten des Jahres werde man das Ergebnis des Vorjahres nicht erreichen, informierten die VKW-Vorstände Ludwig Summer und Christof Germann im Halbjahresfinanzbericht.

Als Begründung nannten die Vorstände die Entwicklung der Marktpreise und die Ungewissheiten in der Eigenaufbringung. In der Gassparte habe man wegen der kühleren Witterung im Winter 2007/08 zwar eine Mengensteigerung gegenüber dem Vorjahr erzielt, dem gegenüber stünde aber die Entwicklung des Gasbezugspreises. Die entsprechenden Notierungen hätten sich im Vergleich zur letzten Gaspreisanpassung erheblich erhöht. Diese Entwicklung werde sich auf das Ergebnis für das gesamte Geschäftsjahr 2008 durchschlagen, so die VKW-Vorstände.

Bessere Eigenaufbringung

Im ersten Halbjahr 2008 habe sich die Eigenaufbringung um 263 Mio. Kilowattstunden oder 31,4 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2007 verbessert, dazu trugen die vom Land Tirol übernommenen Strombezugsrechte an den Illwerken, die höhere Wasserführung an der Donau und der Ill sowie der vermehrte Länderdritteleinsatz bei, hieß es. Wegen der besseren Eigenaufbringung konnte der Fremdstrombezug auf Vorjahresniveau gehalten werden, die höheren Marktpreise hätten aber einen deutlichen Kostenanstieg verursacht, so die Vorstände.

Die Kraftwerkserzeugung der VKW lag im ersten Halbjahr 2008 über dem langjährigen Mittel, so die Vorstände. "Per Ende Juni hielten wir bei einem Plus von 6,4 Prozent gegenüber dem Regelwert und einem Plus von 31,6 Prozent gegenüber der Vorjahresvergleichsperiode", erklärten Summer und Germann. Von der Vorarlberger Illwerke AG bezog die VKW in den ersten sechs Monaten des Jahres Strom im Wert von rund 26,7 Mio. Euro. Die Lieferungen im Stromhandel wurden den Unternehmensangaben zufolge um 52,1 Prozent erhöht, als Gründe dafür wurden lukrativere Preise und eine Ausweitung des OTC-Geschäfts genannt.

Im Vergleich zu den ersten vier Monaten 2007 sei die Witterung 2008 wesentlich kühler gewesen, die VKW verzeichneten einen dementsprechend höheren Stromverbrauch der Kunden. Ab April 2008 sei es aber nur noch bei Großkunden zu Verbrauchssteigerungen gekommen, die Stromabgabe an Haushalts- und Geschäftskunden hätte sich dagegen leicht rückläufig entwickelt. Insgesamt wurde im ersten Halbjahr 2008 um 2,6 Prozent mehr Strom geliefert als im Vorjahresvergleichszeitraum. (APA)

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