RLB OÖ erwartet um 30 Prozent höhere Bilanzsumme

22. August 2008, 13:25
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Das Betriebsergebnis soll von 288 auf 300 Millionen Euro steigen, zum Halbjahr verbesserte sich der operative Gewinn um 11,7 Prozent auf 123,6 Millionen Euro

Linz - Die Bilanzsumme Raiffeisenlandesbank (RLB) Oberösterreich wird heuer gegenüber dem Vorjahr voraussichtlich um 30 Prozent auf 32,8 Mrd. Euro wachsen. Das nach IFRS bilanzierte Betriebsergebnis soll von 288 auf 300 Mio. Euro steigen, erklärte Generaldirektor Ludwig Scharinger heute, Freitag, in einer Pressekonferenz zur Halbjahresbilanz in Linz.

Die Geldkapitalbildung soll heuer um elf Prozent auf 15,4 Mrd. steigen, die Finanzierungsleistung um 20 Prozent auf 16,5 Mrd. Euro. "Das klingt unglaublich, aber die Kunden laufen uns zu. Wir gehen nicht in die Karibik, sondern bleiben bei unseren Kunden und betreuen diese ordentlich", sagte Scharinger, der erneut betonte, dass seine Bilanzen "subprimekrisenfrei" seien. Die Zahl der Kunden sei in den ersten sechs Monaten 2008 um mehr als 21.600 auf über 901.300 gestiegen.

Per 30. Juni habe die Bilanzsumme 29,5 Mrd. Euro (plus 16,7 Prozent gegenüber Jahresbeginn) betragen, die Geldkapitalbildung 14,7 Mrd. Euro (plus 5,9 Prozent) und die Finanzierungsleistung 15,4 Mrd. Euro (plus 12,2 Prozent. Der Zinsüberschuss habe im ersten Halbjahr 176,9 Mio. Euro (plus 10,9 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres), der Provisionsüberschuss 44,7 Mio. Euro (plus 2,3 Prozent) ausgemacht. Bei letzterem seien die durch das internationale Umfeld hervorgerufenen Rückgänge im Wertpapiergeschäft durch hervorragende Ergebnisse im Cash Management sowie im sonstigen Dienstleistungsgeschäft mehr als kompensiert worden. Das Betriebsergebnis erreichte 123,6 Mio. Euro (plus 11,7 Prozent).

Starke Zuwächse in Süddeutschland und Tschechien

Starke Zuwächse habe es in Süddeutschland und Tschechien gegeben. Eine Stärke der Bank seien Exportfinanzierungen, die in den vergangenen drei Jahren um jeweils 30 Prozent gestiegen seien. Die Exporte seien die Säulen der heimischen Konjunktur. Das helfe auch den Konjunktureinbruch abzufedern, der in Ländern Süd, West- und Nordeuropas deutlich spürbar werde. Die RLB begleite ihre Kunden mit Finanzierungen in neue Märkte, so seien in ganz Osteuropa fast 24.000 ihrer Kunden tätig, dazu 327 in Indien und 919 in China.

Zu einer möglichen Beteiligung an der AUA äußerte sich Scharinger unter Hinweis, dass sie börsenotiert sei, vorsichtig. "Wenn wir gefragt werden, werden wir prüfen, ob wir ein Partner in einer österreichischen Kernaktionärsgruppe werden." Jedenfalls werde der Standort Wiener Flughafen durch die Ostöffnung an Bedeutung gewinnen, ob mit oder ohne AUA.

Bezüglich des angekündigten Rückzuges der UniCredit unter anderem aus der Oberbank durch Verkauf der Anteile stellte Scharinger fest, wenn er eingeladen werde, werde man auch hier Überlegungen anstellen. "Als Spartenobmann ist es mir nicht egal, wo unsere Banken herumschwimmen. Es müssen nicht alle in Mailand landen."

Biodiesel-Enns-Pleite

Im Zusammenhang mit der Pleite der Biodiesel Enns GmbH & Co KG hielt der Generaldirektor fest, das habe keine Auswirkungen auf die Bilanz der RLB, denn nicht sie, sondern die Invest AG sei beteiligt. Diese habe Reserven gebildet. Die Pfandrechte seien "wasserdicht", das würden Gutachten bestätigen, der Masseverwalter kenne sie. Dieser habe jetzt das Reden. Die Bewertung sei im Gange, im September oder Oktober werde es zur Versteigerung kommen. Wenn kein ordentlicher Käufer komme, werde man "einsteigen". Der bisherige Mehrheitseigentümer habe den notwendigen Rohstoff nicht organisiert, nannte er als Grund für die Pleite. Über die RLB würden derzeit 4.500 Hektar Rapsanbau in Rumänien betrieben, eine ordentliche Ernte sei bereits eingebracht. Der Rohstoff werde an Bedeutung gewinnen - egal wer diese moderne Anlage betreibe. (APA)

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    "Das klingt unglaublich, aber die Kunden laufen uns zu" sagt Ludwig Scharinger.

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