Viennale widmet Bob Dylan ein Film-Tribute

22. August 2008, 14:45
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Weiteres Tribute gilt Werner Schroeter - Festival von 17. bis 29. Oktober bietet laut Direktor Hans Hurch auch "kleines aber sehr feines Programm" an österreichischen Filmen

Wien - "Ich bin froh, dass ich sagen kann, da hat sich nichts geändert", erklärte Viennale-Direktor am Freitag bei einer ersten Vorschau auf das Filmfestival, das heuer vom 17. bis 29. Oktober in den bewährten Wiener Innenstadtkinos stattfindet. Es sei ein Vorteil, dass man sich nicht über ein bestimmtes Motto, sondern "als möglichst offenes Festival" definiere. Neben Spiel- und Dokumentarfilmen gibt es auch wieder zahlreiche Kurzfilme zu sehen. Als erste Fixpunkte im Programm wurden ein Tribute für Musik-Ikone Bob Dylan und ihre Verbindungen zum Film sowie ein Tribute für den deutschen Filmemacher Werner Schroeter bekannt gegeben. Für die Retrospektive in Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Filmmuseum hat der US-Filmemacher Thom Andersen die Schau "Los Angeles - Eine Stadt im Film" kuratiert.

Cannes-Siegerfilm bei der Viennale

In der Spielfilmauswahl ist unter anderem der heurige Gewinner des Filmfestivals in Cannes, "Entre les murs" von Laurent Cantet, zu sehen. Ebenfalls im Rahmen der Viennale gezeigt wird die heimische Produktion "März" von Händl Klaus, die in Locarno als bester Erstlingsfilm ausgezeichnet wurde. Für Hurch ein Film "vergleichbar mit den Filmen von Michael Haneke und Ulrich Seidl", sehr österreichisch, der aber auch etwas sehr eigenes habe. Unter den Dokumentarfilmen finden sich ein neuer Film von Nikolaus Geyrhalter, "7915 km", über die Rallye Paris-Dakar sowie Constantin Wulffs "In die Welt", ein filmisches Porträt der Institution Semmelweis-Klinik. Insgesamt präsentiere die Viennale "ein kleines aber sehr feines Programm an österreichischen Filmen", so Hurch.

Gleichzeitig ist der geografische Horizont des Filmfestivals heuer sehr weit gefasst, so stehen zahlreiche Produktionen aus Lateinamerika auf dem Programm. Ein Special Program ist dem portugiesischen Filmemacher Migeul Gomes gewidmet, laut Hurch eine "wirklich Entdeckung" und einer der wenigen, der sich auf das schwierige Fach "geistreicher Komödien" verstehe. Ein zweites Special Program gilt dem dezidiert politischen US-Filmemacher John Gianvito, der zuletzt mit seinem Essay "Profit Motive and the Whispering Wind" reüssieren konnte.

Eine Stadt im Film

Die Stadt, die seit fast 100 Jahren das Produktionszentrum der amerikanischen Filmindustrie ist, steht im Mittelpunkt der in Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Filmmuseum ausgerichteten Retrospektive "Los Angeles - Eine Stadt im Film", die eigens von dem Filmemacher Thom Andersen ("Los Angeles Plays Itself") ausgerichtet wurde.

Als überfällige "Zurechtrückung" sieht Hurch das Tribute für Werner Schroeter, in dessen Rahmen auch der jüngste Film des 63-jährigen Deutschen, "Nuit de chien", zu sehen sein wird. Geplant sind auch ein Galaabend und eine Lesung von Wolf Wondratschek.

Mit Bob Dylan wird erstmals einem Künstler, der vor allem als Musiker tätig ist, ein eigenes Tribute gewidmet. Es gehe dabei nicht um eine "große Anbetungsstunde", sondern um die Rolle Dylans im Kino und den Versuch bestimmte Beziehungen zwischen Dylans Musik und Film herzustellen, so Hurch. Nebst Todd Haynes Aufsehen erregenden Dylan-Porträt "I'm Not There" und kanonisierten Dylan-Dokus wie "Don't Look Back" von D.A. Pennebaker werden aus diesem Anlass auch selten öffentlich gezeigte Raritäten wie Dylans eigene filmische Arbeiten "Eat The Document" und "Renaldo & Clara" zu sehen sein. (glicka, derStandard.at, 22. August 2008)

  • Bob Dylans selten gezeigter Film "Renaldo & Clara", ein filmisches Kaleidoskop rund um die Rolling Thunder Revue im Jahr 1975, bei dem die Musik-Ikone selbst Regie führe, ist bei der heurigen Viennale im Rahmen eines Tributes zu sehen.
    foto: viennale

    Bob Dylans selten gezeigter Film "Renaldo & Clara", ein filmisches Kaleidoskop rund um die Rolling Thunder Revue im Jahr 1975, bei dem die Musik-Ikone selbst Regie führe, ist bei der heurigen Viennale im Rahmen eines Tributes zu sehen.

  • Viennale-Direktor Hans Hurch präsentiert eine erste Vorschau auf das Wiener Filmfestival, das heuer von 17. bis 29. Oktober stattfindet. Im Hintergrund die Plakate für das Festival und die Retrospektive im Filmmuseum.
    foto: derstandard.at/gedlicka

    Viennale-Direktor Hans Hurch präsentiert eine erste Vorschau auf das Wiener Filmfestival, das heuer von 17. bis 29. Oktober stattfindet. Im Hintergrund die Plakate für das Festival und die Retrospektive im Filmmuseum.

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