Kunst in der Stadt und daheim

22. August 2008, 11:57
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Prix Ars Electronica ist der wichtigste Medienkunst-Preis und mit einem Preisgeld von 115.000 Euro jährlich die weltweit höchstdotierte Auszeichnung

An alle, die den Computer als universelles Gestaltungsmedium in ihre künstlerische Arbeit an der Schnittstelle zwischen Kunst, Technologie und Gesellschaft einsetzen, richtet sich der Prix Ars Electronica, der seit 1987 eine der vier Säulen (mit dem Festival, dem Center und dem Futurelab) der Ars Electronica darstellt und jährlich in sieben Sparten vergeben wird. Mit einem Preisgeld von 115.000 Euro jährlich ist dies die weltweit höchstdotierte Auszeichnung für herausragende Arbeiten zur Medien- und Computerkunst. Knapp 40.000 Einreichungen gab es in den vergangenen zwanzig Jahren.

Unter den Siegern dieses Jahres, in der Kategorie Hybrid Art, ist das deutsch-britische Duo Helen Evans und Heiko Hansen mit ihrem Projekt "Pollstream - Nuage Vert". Nuage Vert, eine Zusammenarbeit von Lasertechnikern, Computer- und Elektrotechnikern, verwandelt Wolken zu Projektionsflächen, durchdringt zugleich den öffentlichen Raum mit Kunst.

In der Kategorie Interactive Art gewann heuer der Deutsche Julius von Bismarck mit seinem "Image Fulgurator" : Dieser macht es möglich, Fotos genau in jenem Moment zu manipulieren, in dem diese aufgenommen werden. Dazu wird der Fulgurator mit dem Blitzlicht synchronisiert, das im Moment der Aufnahme eine Botschaft auf das anvisierte Objekt projiziert.

Einen speziellen Förderpreis in der Kategorie "u19 - freestyle computing" erhielt die erst 15-jährige nana Susanne Thurner für ihre Animation über ein Mädchen, das vor seinen streitenden Eltern im Kinderzimmer Schutz sucht. Der atmosphärische Kurzfilm entstand aus zahlreichen mit der Hand gezeichneten Bildern, die Thurner abfotografierte und mit dem Computer vor realen Hintergründen wieder zusammenbastelte. Titel der Darstellung jugendlicher Gefühlswelten: "Homesick" . (Isabella Hager, SPEZIAL - DER STANDARD/Printausgabe, 22.08.2008)

  • "Homesick"  fühlt sich ein junges Mädchen, mit deren Geschichte nana Susanne Thurner den Jugendpreis 2008 gewann.
    Foto: Thurner

    "Homesick" fühlt sich ein junges Mädchen, mit deren Geschichte nana Susanne Thurner den Jugendpreis 2008 gewann.

  • Eine Waffe ist der "Image Fulgurator"  nicht, er kann allerdings die Wirklichkeit in Echtzeit verändern.
    Foto: Bismarck

    Eine Waffe ist der "Image Fulgurator" nicht, er kann allerdings die Wirklichkeit in Echtzeit verändern.

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