Michelle Obama: "Ich habe ein großes Mundwerk"

22. August 2008, 10:59
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Michelle Obama glaubte erst nicht an die Möglichkeit eines sozialen Aufstiegs - In Princeton fühlte sie sich als "Besucherin"

Washington - "Ich habe ein großes Mundwerk" sagte einmal Michelle Obama über sich. Sie hat in Princeton und Harvard studiert, hat einen Doktortitel in Jus und auch an Selbstbewusstsein mangelt es ihr nicht gerade. Trotzdem behagte es ihr anfangs gar nicht, selbst ins Rampenlicht zu treten. Tatsächlich sind ihr zu Beginn des Wahlkampfs ihres Mannes ein paar Schnitzer unterlaufen.

"Ich will kein unrealistisches Bild von uns malen", meinte sie damals etwas hilflos. Aus den Patzern hat sie gelernt. Die Frau, die die erste schwarze First Lady der US-Geschichte werden könnte, bewegt sich mittlerweile geradezu entspannt in der Öffentlichkeit - BewundererInnen sprechen schon von einer "schwarzen Jacqueline Kennedy".

Zu übersehen ist die 44-Jährige nicht. 1,80 Meter groß, elegant, durchtrainiert - sie stehe jeden Morgen um 04.30 Uhr auf, um Frühsport zu machen, sagt sie. Disziplin und eiserner Wille gehörten von jeher zu den Eigenschaften von Michelle Obama. Aufgewachsen ist sie in einfachen Verhältnissen in der South Side Chicagos, dem armen Schwarzenviertel. Ihr Vater war Schlosser bei den Wasserwerken, die Mutter Sekretärin.

Sozialer Aufstieg

An einen sozialen Aufstieg habe sie zunächst nicht geglaubt, bekannte Michelle Obama. Nirgendwo sei es ihr so bewusstgeworden, was es heißt, eine Schwarze zu sein, wie in ihrer Zeit an der Eliteuniversität Princeton. Egal wie "liberal und offen die weißen Professoren und Studenten" waren, sie selbst habe sich auf dem feinen Campus stets nur als "Besucherin" gefühlt.

Nach dem Studium trat sie in ein renommiertes Anwaltsbüro in Chicago ein, dort lernte sie auch ihren Mann kennen. Barack Obama wurde ihr damals als Praktikant zugewiesen. 1992 heiratete das Paar. Später gab sie den Job in der Anwaltspraxis auf, engagierte sich zeitweise wie ihr Mann in der Sozialarbeit. 1998 und 2001 wurden die beiden Töchter Malia und Sasha geboren.

Die Bewerbung um die Präsidentschaftskandidatur ihres Mannes habe sie zunächst skeptisch beurteilt, sagt sie. Anfangs trat sie denn auch in einige Fettnäpfchen. Zum Beispiel mit der Äußerung, sie sei jetzt erstmals richtig stolz auf ihr Land. "Unpatriotisch", zürnten KritikerInnen. Hart und bitter sei sie, "Mrs. Grievance" nannte sie eine Zeitschrift - eine von Klagen und Beschwerden erfüllte Frau. Barack Obama nennt sie seinen "Fels". Sie sei der Mensch, mit dem er alles berede. "Sie ist klug. Und sie sagt mir Dinge, die sich andere nicht trauen würden." (APA)

 

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    Barack Obama lernt Michelle Obama kennen, als er ihr als Praktikant zugewiesen wurde.

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