Kämpfe im Süden neu aufgeflammt

22. August 2008, 08:13
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Kämpfer der islamischen Moro-Befreiungsfront greifen auf Mindanao Regierungstruppen an - Dort hätte autonome Provinz entstehen sollen

Cotabato - Im Süden der Philippinen sind bei neuen Kämpfen nach Aufkündigung des Befriedungsplanes durch die Regierung in Manila zehn Menschen getötet worden. Kämpfer der islamischen Moro-Befreiungsfront (MILF) hätten auf der Insel Mindanao Regierungstruppen angegriffen, sagte ein Militärsprecher am Freitag. Dabei seien zehn Rebellen getötet und fünf Soldaten sowie zwei Zivilisten verletzt worden.

Friedensplan

Erst gestern hatte Präsidentin Arroyo ihren Friedensplan aufgekündig. Dieser sah die Schaffung einer autonomen muslimischen Provinz auf Mindanao vor. Seit den 1950er-Jahren wurde die systematische Einwanderung christlicher Siedler auf der Insel durch die Zentralregierung in Manila gesteuert. Die MILF hat schätzungsweise 12.000 bewaffnete Kämpfer. Sie kämpft seit Jahrzehnten für einen unabhängigen muslimischen Staat im Süden der überwiegend katholischen Philippinen. Die Moros, eine Sammelbezeichnung für verschiedene ethnisch verwandte Sprach- und Volksgruppen, leben vor allem auf der Insel Mindanao.

US-Hilfe

Seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 in den USA hat die US-Regierung ihre Militärhilfe für die Philippinen stark ausgebaut. Die als terroristisch eingestufte Organisation Jemaah Islamiyah hatte einen Stützpunkt auf Mindanao verlegt. Die Ausbildung der Jemaah-Kämpfer erfolgte seit 1998 in Lagern der MILF. (APA)

 

  • Die philippinische Regierung von Präsidentin Gloria Macapagal Arroyo
(im Bild) hatte am Donnerstag nach wochenlangen Kämpfen unter dem Druck christlicher Kreise
ihren Friedensplan aufgekündigt.
    Foto: APA/EPA/MARCELINO PASCUA

    Die philippinische Regierung von Präsidentin Gloria Macapagal Arroyo (im Bild) hatte am Donnerstag nach wochenlangen Kämpfen unter dem Druck christlicher Kreise ihren Friedensplan aufgekündigt.

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