Rebellen nehmen Hafenstadt Kismayo ein

24. August 2008, 15:53
1 Posting

Bis zu siebzig Tote bei Gefechten - 3000 Menschen fliehen vor Kämpfen

Nairobi/Mogadischu - Islamische Rebellen haben die somalische Hafenstadt Kismayo am Freitag nach dreitägigen Gefechten mit bis zu 70 Toten unter ihre Kontrolle gebracht. Ein Stammesführer in der Stadt sagte auf Anfrage, mindestens 50 Menschen seien ums Leben gekommen und mehr als 100 Menschen verletzt worden. Der britische Sender BBC sprach sogar von 70 Toten in Hafenstadt, die 500 Kilometer südlich von Mogadischu liegt. Mehr als 3000 Menschen sollen vor den Kämpfen geflohen sein.

Erst am Vortag hatten Piraten vor der somalischen Küste drei Schiffe gekapert, einen deutschen sowie einen iranischen Frachter und einen japanischen Tanker. Ein Kriegsschiff der internationalen Marineeinheiten vor Somalia nahm die Verfolgung der gekaperten Schiffe auf.

Kämpfe in Mogadischu

Die Gefechte in Kismayo seien am Mittwoch ausgebrochen, nachdem Milizen eines Clans mit ihrem Fahrzeug auf eine Mine gefahren waren, berichtete der somalische Radiosender Garowe auf seiner Website. In den Straßen lägen Leichen.

Am Donnerstag war es in der Hauptstadt Mogadischu zu Kämpfen zwischen Regierungssoldaten und deren äthiopischen Verbündeten mit islamischen Milizen gekommen. Mehr als 20 Menschen starben, als Regierungstruppen einen belebten Markt unter Feuer nahmen, wie die somalische Nachrichtenagentur Shabelle am Freitag berichtete.

Äthiopien hatte Ende 2006 die Truppen der Übergangsregierung beim Sturz der islamischen Milizen unterstützt, die damals weite Teile des Landes am Horn von Afrika unter ihre Kontrolle gebracht hatten. Seitdem führen die islamischen Rebellen einen Guerillakrieg gegen die Regierungstruppen und ihre Verbündeten. Somalia hat seit dem Sturz des Diktators Siad Barre im Jahr 1991 keine stabile Regierung mehr. (APA/dpa/AP)

Share if you care.