Erstes Zündeln und Ötzis Mode

21. August 2008, 20:02
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Der Steinzeitmensch konnte Feuer ohne Zünder und Feuerzeug machen - Gewärmt haben ihn auch Felle - Bei Ötzi weiß man nun, von welchen Tieren sie waren

Frage: Wie lebten die Menschen, als sie noch nicht auf die Jagd gingen?

Antwort: Sie sammelten Nahrung (Früchte, Wurzeln) und aßen Tiere, die schon tot waren. Sie hatten bereits erste Werkzeuge - Steine mit zu scharf geschliffenen Kanten, die als messer- und schabenartige Geräte dienten. Die Sammler hatten oft sehr weite Strecken zurückzulegen, im genug Nahrung zu finden. Sie hatten auch schon erste windschutzartige Behausungen.

Frage: Wie hieß der Erfinder des Feuers?

Antwort: Der Erfinder des Feuers hieß Homo erectus, was so viel heißt wie der aufrechte Mensch. Die ersten seiner Art sollen schon vor rund 1,9 Millionen Jahren gelebt haben. Der Homo erectus ist die erste Menschenform, die sich schon über das heutige Afrika, in Teile Asiens ausgebreitet hat. Feuer war lebenswichtig für das Überleben in kälteren Regionen und fürs Kochen. Der Homo erectus lebte nicht mehr nur vom Sammeln, sondern auch von der Jagd. Fleisch zu essen, gehörte zu seinem Leben dazu. Dadurch entwickelten sich auch die Geräte und Waffen weiter. Das Volumen des Homo-erectus-Gehirns war bereits in etwa zwei Drittel so groß wie jenes des nun auf der Erde lebenden Menschen. Ihm wird nachgesagt, dass er schon die wesentlichen Hirnregionen zum Sprechen einer Sprache ausgebildet hatte.

Frage: Wie lebte der Homo erectus?

Antwort: Aus der Zeit des Homo erectus gibt es Funde von Hütten mit zentral gelegenen Feuerstellen, zum Beispiel in Südfrankreich. Dort wurden auch Reste von Muscheln, Schnecken und Rehen, Bären, Elefanten und vielen mehr gefunden. Alle diese Tiere dürften als Nahrung gedient haben. Der aufrechte Mensch verwendete bereits mehrere Steinwerkzeuge, später auch schon Speere oder beidseitig zugespitzte Wurfhölzer für die Jagd.

Frage: Wie machte er Feuer?

Antwort: Das lässt sich nicht so genau sagen. Es gab in der Steinzeit zwei Arten, Feuer zu machen. Entweder man nahm ein Hartholzstöckchen und drehte es mit bloßen Händen oder durch einen Holzbogen. Durch die Reibung entstand so viel Hitze, dass an leicht brennbarem Material, das als Zunder diente, Feuer entfacht werden konnte. Mit Sand konnte noch größere Reibung erzeugt werden. Die andere Methode funktionierte mit Feuerstein, der gegen ein Mineral namens Pyrit geschlagen wurde. Dabei war wichtig, dass die davonfliegenden Funken im Zundermaterial landeten. So entstand Glut, mit der dann das eigentliche Feuer entfacht werden konnte.

Frage: War Ötzi auch ein Homo erectus?

Antwort: Nein. Ötzi lebte später (vor rund 5000 Jahren) in der Jungsteinzeit, die mit Beginn der Sesshaftigkeit begann (in Europa vor rund 6000 Jahren).

Frage: Was hat Ötzi angehabt?

Antwort: Dazu gibt es ganz neue Erkenntnisse: Ötzi war gekleidet wie ein Hirte. Seine Hose und der Mantel waren aus Schaffell. Seine Schuhe bestanden aus Kuhfell. Das haben Forscher nun mit einer ganz modernen Methode namens Massenspektrometrie herausgefunden. Dabei haben sie die Eiweißstruktur der Haare untersucht und so bestimmen können, von welchen Tieren sie stammten. (Gudrun Springer, DER STANDARD - Printausgabe, 22. August 2008)

Die nächste Ö1-Kinderuni am Sonntag um 17.10 Uhr widmet sich dem Thema "Wie verschlüssle ich mein Tagebuch? Über Geheimsprachen, Zahlencodes und Entschlüsselungstechniken." Am Freitag im STANDARD.

Links

oe1.orf.at

www.kinderuni.at

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