4x100m: Sowohl die Herren als auch die Damen patzten bei letzter Übergabe, Stab verloren - Gold über 400 m an Merrit - 110 m Hürden an Robles - Clay führt im Zehnkampf
Peking - Die mitfavorisierte Herren-Staffel der USA über 4 mal 100 m ist bei den Olympischen Spielen in Peking am Donnerstag bereits im Semifinale gescheitert. Die dritte und letzte Übergabe zwischen Darvis Patton und Tyson Gay klappte nicht, die Weltmeister USA verpasste damit sensationell das Finale, in dem nun Jamaika der Sieg kaum noch zu nehmen ist.
Doch damit war das Unbill für die sieggewohnten US-Läufer noch nicht vorbei. Wenig später passierte auch der Frauenstaffel im
4x100-m-Halbfinal eine Übergabemissgeschick - und auch dieses aussichtsreiche Quartett schied aus.
Gay, im Vorjahr in Osaka noch dreifacher Weltmeister, verließ Peking damit ohne eine einzige Medaille. Jamaika hat den USA endgültig den Rang als Sprintnation Nummer eins abgelaufen.
Wariner über 400 m düpiert
Über die 400 Meter blieb die Hackordung dagegen konstant, hier wiederholten die US-Läufer ihren Dreifachsieg von Athen 2004. Topfavorit Jeremy Wariner vermochte seinen Titel allerdings nicht zu verteidigen. Der 24-Jährige musste sich in enttäuschenden 44,74 Sekunden bereits zum dritten Mal in dieser Saison seinem Landsmann LaShawn Merrit (43,75) geschlagen geben und mit Silber begnügen. Wariner hatte zuvor die Szene vier Jahre lang dominiert. Zu Bronze stürzte David Neville in 44,80 ins Ziel
"Ich weiß nicht, wie das passieren konnte", meinte Wariner ratlos. "Im Halbfinale habe ich mich noch so gut gefühlt." Merrits Vorsprung von fast einer Sekunde sind der größte Vorsprung in einem Olympia-Finale seit 1896 in Athen. "Ich habe einen guten Plan gehabt, habe mich daran gehalten", erklärte der 22-Jährige. "Ich habe über die Schulter geschaut und habe ihn nicht mehr gesehen - ein großartiges Gefühl."
Hürden-Sieg an Robles
Die 110 m Hürden wurden nach der verletzungsbedingten Aufgabe von
Chinas Volkshelden Liu Xiang schon vor dem ersten Vorlauf zu einer
Soloshow für Dayron Robles. Der kubanische Weltrekordler triumphierte
trotz nasser Bahn in eindrucksvollen 12,94 Sekunden vor den
US-Amerikanern David Payne (13,17) und David Oliver (13,18). Auch die
dramatische Speerwurf-Konkurrenz war vom Regen beeinträchtigt, dennoch
setzte sich Favoritin Barbora Spotakova aus Tschechien mit ihrem
letzten Versuch auf 71,42 m durch. Bronze ging mit 66,13
Metern an Christina Obergföll, die damit die erste
Leichtathletik-Medaille für Deutschland in Peking holte.
Das erste Gold für Portugal holte Nelson Evora, der in 17,67 Metern die hochklassige Dreisprung-Konkurrenz der Männer vor dem Briten Phillips Idowu (17,62) und Leevan Sands von den Bahamas (17,57) für sich entschied.
Brian Clay im Zehnkampf voran
Im Zehnkampf führt nach dem ersten Tag Brian Clay (USA) mit 4.521 Punkten (100 m: 10,44 Sekunden/Weitsprung: 7,78 m/Kugelstoß: 16,27 m/Hochsprung: 1,99 m/400 m: 48,92 Sek.) vor dem Weißrussen Andrej Krautschanka (4.433 Punkte) und Trey Hardee (USA, 4.428 Punkte). Der Tscheche Roman Sebrle folgt mit 4.312 Punkten auf Platz fünf. (red/APA)