Schmieren, nicht ohne Gefahr

21. August 2008, 15:03
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Laut einer US-Studie können bestimmte Feuchtigkeitscremen Hautkrebs auslösen - Ergebnis der Testreihe bisher nur bei Mäusen

New York - Das dürfte in der Kosmetik-Branche für ziemliche Unruhe sorgen: In einem speziellen Maus-Modell wiesen jetzt US-WissenschafterInnen nach, dass die Anwendung von fünf verschiedenen Feuchtigkeitscremen bei den Tieren nach einer regelmäßigen UVB-Bestrahlung im Vergleich zu einem Placebo zu mehr UV-bedingten Hauttumoren führt. Was dahinter steckt, ist noch unklar. Ob die Gefährdung auch für den Menschen gilt, ist ebenfalls unbekannt, heißt es in der international renommierten Fachzeitschrift "Investigative Dermatology".

Weltweit werden jedenfalls Milliarden-Euro-Umsätze mit Feuchtigkeitscremen gemacht, welche die Haut geschmeidiger machen sollen und ihr angeblich fehlende Flüssigkeit zuführen soll. Besonders gern greifen SonnenanbeterInnen darauf zurück, wenn es nach dem Sonnenbad "spannt".

Testreihe

Ob das wirklich gut ist, darüber dürfte sich jetzt zumindest eine Diskussion entspannen. Susan Lehman von der State University von New Jersey (Cullman Laboratory for Cancer Research) und ihre Co-AutorInnen entwarfen ein Experiment, mit dem man die Entwicklung von UV-bedingtem Hautkrebs exklusive Melanome nach immer wieder erfolgender UV-Bestrahlung imitieren kann.

Dabei verwendeten die WissenschafterInnen Mäuse vom Stamm SKH-1, haarlose Albino-Mäuse. Sie wurden zweimal pro Woche für 20 Wochen mit UVB-Licht bestrahlt. 17 Wochen lang wurden die Tiere dann fünfmal pro Woche mit je 100 Milligramm der in den USA erhältlichen Feuchtigkeitscremes "Dermabase", "Dermovan", "Eucerin" bzw. "Vanicream" oder bloß einem Wasser-Placebo.

Ergebnisse

Jedes der Produkte erhöhte offenbar die Häufigkeit und die Größe von auftretenden UV-bedingten Nicht-Melanom-Hauttumoren. Die Zahl der in Gewebeproben nachgewiesenen Tumoren erhöhte sich beispielsweise in zwei solcher Experimente im Durchschnitt um 69 Prozent. Das war statistisch hoch signifikant.

"Die Resultate deuten daraufhin, dass mehrere im Handel erhältliche Feuchtigkeitscremen die Rate und die Zahl von Tumoren bei UVB-vorbestrahlten Mäusen mit einem hohen Tumorrisiko erhöhen. Weitere Studien sind angezeigt, um den Effekt einer derartigen topischen Applikation (Auftragen auf die Haut, Anm.) von Feuchtigkeitscremen auf durch das Sonnenlicht ausgelöste Krebsarten beim Menschen zu bestimmen", meinten die WissenschafterInnen. (APA)

 

  • Bei fünf verschiedenen Feuchtigkeitscremen wurde festgestellt, dass sie vermehrt zu UV-bedingten Hauttumoren führen.
    DerStandard

    Bei fünf verschiedenen Feuchtigkeitscremen wurde festgestellt, dass sie vermehrt zu UV-bedingten Hauttumoren führen.

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