Gold an die US-Kickerinnen

21. August 2008, 14:39
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    foto: apa/a/izquierdo

    So ist das im Fußball: die einen jubeln, die anderen nicht. Im Normalfall sind die einen aus Brasilien, diesmal nicht.

1:0 gegen Brasilien in der Verlängerung durch einen Treffer von Lloyd - Bronze an Deutschland: 2:0 im kleinen Finale gegen Japan

Peking - Die Fußball-Frauen aus den USA haben zum dritten Mal nach 1996 und 2004 Olympia-Gold gewonnen, für Brasilien bleibt der große Traum vom ersten ganz großen Titel hingegen weiter unerfüllt. Die US-Amerikanerinnen bezwangen am Donnerstag im Finale vor 51.612 Zuschauern im Arbeiterstadion von Peking mit 1:0 nach Verlängerung. Den entscheidenden Treffer erzielte Carli Lloyd in der 96. Minute. Neulengbach-Legionärin Rosana wurde bei Brasilien in der 104. Minute eingewechselt.

Wie schon im Halbfinale gegen Weltmeister Deutschland (4:1) waren die Brasilianerinnen spielerisch die über weite Strecken überlegene Mannschaft, in der zweiten Hälfte sogar teilweise eklatant. Vor allem die Stürmerinnen Marta und Cristiane zauberten trotz des nassen Bodens und sorgten immer wieder für gefährliche Situationen.

Die beste Chance für die Brasilianerinnen, die im Vorjahr auch das WM-Finale gegen Deutschland verloren hatten, vergab Weltfußballerin Marta in der 72. Minute. Torfrau Solo parierte ihren scharfen Schuss vom Fünfer-Eck bravourös mit einer Hand. Am Ende gewannen die cleveren, in der Abwehr sehr kompakten und von der schwedischen Trainerin Pia Sundhage hervorragend eingestellten Amerikanerinnen verdient, Lloyd traf in der 117. Minute noch die Stange.

"Platz zwei zählt gar nichts"

Rosana dos Santos Augusto, die vor vier Jahren nach Neulengbach  wechselte,  war wie ihre bitterlich weinenden Teamkolleginnen tief enttäuscht. "Mir geht es sehr schlecht. Es ist einfach traurig, immer nur Zweiter zu werden", sagte die 26-Jährige aus Sao Paulo. "In Brasilien zählt ein zweiter Platz im Fußball gar nichts."

Auch sie gestand  ein, dass die USA den effizienteren Fußball gespielt hätten. "Wir sind zwar eine gute Mannschaft, haben aber nur Talent. Die Amerikanerinnen hingegen sind Vollprofis. Das macht den Unterschied aus."

Womöglich liegt auch ihre eigene Zukunft im Land des Olympiasiegers. Zwar wird sie nach einem viertägigen Heimataufenthalt wieder nach Österreich kommen, ihr Engagement ist aber nur noch bis Dezember fixiert. "Ich will nach Amerika", gab Rosana in Peking unumwunden zu. "Vielleicht schon nächstes Jahr, da ist eine neue Liga im Entstehen."(red/APA/dpa/Reuters)

Olympisches Fußball-Turnier der Frauen:

Brasilien - USA 0:1 n.V. (0:0). Arbeiterstadion, 51.612 Zuschauer, SR Dagmar Damkova (CZE).  Tor: 0:1 (96.) Lloyd

Brasilien: Barbara - Renata Costa, Erika, Tania - Ester - Simone (104. Rosana), Formiga (106. Francielle), Daniela (77. Fabiana), Maycon - Marta, Cristiane

USA: Solo - Mitts, Rampone, Markgraf, Chalupny - O'Reilly (101. Kai), Lloyd, Boxx, Tarpley (71. Cheney) - Rodriguez, Hucles Gelbe Karten: Erika, Rosana bzw. Mitts, Kai

 

 

 

Kommentar posten
15 Postings
urs maier
 
00
23.8.2008, 01:52
Rosanas Pläne sind völlig verständlich...

...denn Österreich ist wohl kaum ein geeignetes Land für Frauenfussball. Das leitet sich schon alleine aus viel zu vielen hämischen Postings zu diesem Sport ab. Die USA haben wieder einmal bewiesen, wie man mit einer Lehrbuchtaktik eine spielerisch überlegene Mannschaft perfekt niederringt. Sollte auch als Beispiel für viele Männermannschaften gelten, die sich in einer ähnlichen spielerischen Underdog-Situation befinden.
Da sind eben völlig unterschiedliche Welten aufeinandergetroffen: talentierte ambionierte Halbamateure ohne Struktur im Hintergrund gegen mit modernsten sportwissenschaftlichen Methoden gecoachte und geförderte US-Frauen. Denen fehlt zwar die fussballerische Genialität, dafür können sie jede taktische Finesse auswendig...

Austrianer = Guraz
00
22.8.2008, 15:10

das beste ist das wippen

adsfafbwawr
10
22.8.2008, 13:43

Wahnsinn Fraußenfußball. Synchronschwimmen, Mensch Ärger dich nicht, Tischfußball und Curling ähnlich dem Genre "Sport" zuzuordnen.

pipi pipifax
00
22.8.2008, 21:42

mit der deutschen sprache haben sie offensichtlich so ihre schwierigkeiten.

immun man
00
21.8.2008, 20:47

die brasilianerinnen waren vor allem in der 2. hälfte die bestimmende mannschaft, aber "gefährliche Situationen" gab es nur eine einzige, nämlich das solo von marta mit dem schuss auf's kurze. ansonsten war das brasilianische spiel vollkommen harmlos, kaum ein torschuss. die amerikanerinnen standen hinten hervorragend, brasilien agierte vollkommen ideenlos: alles über marta, alles über die mitte. das war viel zu einfach zu durchschauen und wenn sie gefährlich wurden, dann nur, wenn eine ihrer superstars 4 gegnerinnen auf einmal ausspielen konnte (und sowas gelingt auch einer marta selten). eher hätten's die amis klar machen können, als rodriguez eine 100%ige vergab, als sie versuchte barbara zu überlupfen anstatt einfach drauf zu halten...

AlCarioca
 
00
22.8.2008, 17:02
Vollkommen richtige Analyse

Diese brasilianische NM scheinen dieselben Fehler anzuhaften, wie vielen brasilianische Mannschaften iA auch: alles durch die Mitte, der Ball soll immer bis ins Tor getragen werden, anstatt auch einmal aus mittlerer Distanz gscheid draufzuhauen (siehe Tor der USA!), keine Spiel über die Flanken, auch weil keine Kopfballgefährlichkeit der Stürmerinnen, im Abschluss viel zu verspielt. Und während sich der Damenfussball im Allgemeinen enorm weiterentwickelt hat in den letzten Jahren, insbesondere das brasilianischen NT, so bleibt ein Faktum: im Gegensatz um Männerfussball sind gute, geschweige den ausgezeichnete Torfrauen nach wie vor eine Seltenheit. War kein schlechter Schuss, nein, aber dieses Gegentor wäre bei jedem TorMANN ein "frango".

urs maier
 
00
23.8.2008, 01:41

Also bei den Torfrauen gibt es nur eine und die heisst Nadine Angerer, die könnte wirklich auch problemlos in einem Männerteam mitspielen...

Mamonas1
00
22.8.2008, 19:58

"alles durch die Mitte, der Ball soll immer bis ins Tor getragen werden, anstatt auch einmal aus mittlerer Distanz gscheid draufzuhauen"

Sie beschreiben EXAKT das Spiel der Gauchos, deshalb haben die auch so oft (neben anderen extrakurrikularen Gründen...) gegen den Maselkick nicht gewinnen können.

Valparola
 
00
21.8.2008, 22:00

keine gefährlichen situationen?
allein während der letzten 2 minuten der verlängerung gab es einige gute chancen!

Mamonas1
12
21.8.2008, 20:13

Nachdem ich las, daß D-Br unter der Mittagssonne spielten, war mir klar, warum sich die Deutschen nach 20 Minuten und einer unglaublich verpaßten 2-0 Chance, kaum bewegt haben. Das erklärt das leichte 4-1 der Zuckerhüttlerinnen.

Und wie schon vorausgeahnt, kam es eben zu Silber, weil das Finale am kühleren Abend stattfand. Gratulation trotzdem, denn die Sandkicker unter Ronaldinho haben nicht einmal das geschafft. ;-)

gib ma dei hand luise
01
21.8.2008, 19:52
die aufstellung der brasilianerinnen

klingt wie die sorten aus dem katalog vom starkl...

torrente
01
21.8.2008, 22:44

hehehehe, total geniale Meldung. Stimmt auch, bis auch die Formiga (heißt "Ameise" => beim Starkl gäbe es höchstens ein Gift, um die Ameisen zu bekämpfen)

Mamonas1
00
22.8.2008, 04:39
Yep!

Hab' leider las Spiel nicht gesehen, aber gegen die Deutschen traten sich Formiga und Tania durch ihre schmutzigen Fouls hervor (scheint normal zu sein...), und da war sogar ein Kungfu-Kick von, glaube ich, Cristina, die eine Doppelrote verdient hätte. Es gab, wie erwartet, absolut nichts. Wäre sie Argent. oder aus Uruguay, hätte man sie sofort aus dem Feld gejagt.

Aber bei den brasucas ist es halt IMMER anders. Silber ist somit höchstverdient, hehehe.

urs maier
 
00
23.8.2008, 01:40

nein das war die Marta, sie verliert halt leicht die Nerven...ist aber auch verständlich, wenn man permanent von 2 oder 3 Gegnerinnen verfolgt wird.
Christine gibt´s übrigens keine, die heisst Cristiane und ist momental die wohl zweitbeste Spielerin der Welt!

Mamonas1
00
25.8.2008, 08:46

"ist aber auch verständlich, wenn man permanent von 2 oder 3 Gegnerinnen verfolgt wird. "

Naja, bei der WM 82 wurde Diego von Gentile 90min lang verfolgt und gefoult. Es gab nur eine gelbe am Ende des Spiels, weil das Ganze sogar dem italophilen Schiri zu viel war. Dann wurde Diego von den Sandkickern permanent verfolgt und gefoult. Als er die Nerven verlor, erhielt er die Rote und wurde zum Buhmann.

DA hatte niemand Verständnis...

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