Chile sucht Schönheitskönigin auf Facebook

21. August 2008, 14:27
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Gewinnerin muss Schönheit und Internetkompetenz aufweisen - Bereits 648 Kandidatinnen für den Wettbewerb registriert

Im südamerikanischen Staat Chile sorgt derzeit eine Misswahl der etwas anderen Art für Aufregung. Möchtegern-Schönheitsköniginnen kämpfen dort nicht wie gewohnt auf dem Laufsteg, sondern im Internet auf der Social-Community-Plattform Facebook um den Titel der schönsten Frau im Land. Wie Spiegel Online berichtet, hat die Wahl zur "Miss Facebook Chile 2008" innerhalb der vergangenen Wochen eine regelrechte Schönheitsbewegung in Chile ausgelöst. Nach dem Start des Projekts haben sich innerhalb kürzester Zeit bereits 648 Kandidatinnen für den Wettbewerb registriert und ihre Fotos ins Netz eingestellt. Die Fangemeinde der Facebook-Mitglieder, die ihre Stimme abgeben oder Profile der Misswahl-Teilnehmerinnen kommentieren können, ist inzwischen auf 37.000 registrierte Nutzer angewachsen. Auch potenzielle Geldgeber und Werbeagenturen sind mittlerweile auf die Idee aufmerksam geworden und versuchen, den Hype um die Internet-Misswahl für ihre Zwecke zu nutzen.

Weit verbreitet

Der Erfolg von "Miss Facebook Chile 2008" hat laut dem Initiator des Projekts, Italo Fuentealba, mehrere Gründe. "In Chile haben vergleichsweise viele Menschen einen Internetzugang und Facebook ist eine Kommunikationsplattform, die viele Leute als schnell, bequem und effizient empfinden", erklärt er gegenüber Spiegel Online. Alles was die Teilnehmerinnen tun müssten, sei ein Foto hochzuladen. Mit ein Grund für die enorme Begeisterung für die Internet-Misswahl ist aber wohl auch der Umstand, dass Schönheitswettbewerbe in Lateinamerika traditionell einen sehr hohen gesellschaftlichen Stellenwert innehaben. Kandidatinnen, die in Staaten wie Chile, Kolumbien oder Venezuela den Titel der Schönheitskönigin gewinnen, haben in der Regel eine rosige Zukunft mit Werbeverträgen und TV-Karrieren vor sich.

Internetkenntnisse

Für eine erfolgreiche Wahl zur zukünftigen "Miss Facebook Chile 2008" seien laut Fuentealba nicht unbedingt die traditionellen Kenngrößen der Modelbranche wie Körpermaß, Größe oder Augenfarbe ausschlaggebend. So heißt es schon in den Teilnahmebedingungen, dass vor allem die Werte "Schönheit, Natürlichkeit und Aussagekraft" der Fotos von Interesse sind. "Eine 'Miss Facebook Chile' sollte zwar einerseits die Schönheit eines Topmodels besitzen. Andererseits muss sie aber auch unter Beweis stellen, dass sie die Chancen und Konzepte des Internets erkennen und für sich zu nutzen weiß", betont Fuentealba. Die neue Generation der Schönheitsköniginnen sei im Web 2.0 angekommen, weil "die traditionellen Veranstaltungen wie Miss Chile abgenutzt erscheinen".

Potenzial

"Soziale Netzwerke haben sicherlich einiges an Potenzial aufzuweisen, was die Suche nach neuen Talenten betrifft", erklärt Ralf Klemmer, Geschäftsführer der Miss Germany Corporation (MGC). In der Regel suche die MGC aber nicht selbst nach neuen Models, sondern diese würden sich mit ihren Bewerbungen an die MGC wenden. Dennoch habe das Internet im Laufe der Zeit auch bei der Durchführung von Misswahlen Einzug gehalten. "Wir setzen das Internet vorwiegend dafür ein, um auf eine anstehende Misswahl aufmerksam zu machen. Auch das Bewerbungsverfahren, das früher per Post abgewickelt worden ist, wird heute in digitaler Form per E-Mail abgewickelt", schildert Klemmer. Die Gefahr, dass einige Kandidatinnen bei ihrer Online-Bewerbung vielleicht nicht ganz aufrichtig bezüglich der gemachten Angaben zur eigenen Erscheinung sein könnten, sieht Klemmer nicht. "Alle Kandidatinnen müssen bei uns einen Bewerbungsbogen unterschreiben. Somit haften sie auch für die von ihnen gemachten Angaben", stellt Klemmer fest. (pte)

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