Cooks Bumerang: Aborigines wollen Rückgabe der zeremoniellen Waffe

22. August 2008, 16:41
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Das Wurfgerät, das einst dem britischen Seefahrer und Entdecker James Cook gehört haben soll, wird im September versteigert

London/Canberra - Das britische Auktionshaus Christie's will im September einen Bumerang versteigern, der einmal dem Entdecker James Cook gehört haben soll. Kapitän Cook habe den Bumerang vermutlich 1770 während seiner ersten Reise nach Australien erhalten, erklärte Christie's am Mittwoch in London. Cook gelangte als erster Europäer an die Ostküste Australiens.

Der Bumerang sei später im Besitz von Cooks Witwe Elizabeth und deren Nachlassverwalter John Leach Bennett gewesen. Wem er derzeit gehört, wurde nicht mitgeteilt. Christie's erwartet sich von seiner Versteigerung einen Erlös von bis zu 60.000 Pfund (75.000 Euro).

Rückgabe?

Indessen haben sich in Australien Aborigines zu Wort gemeldet, die die zeremonielle Waffe zurück haben wollen. Merv Ryan, ein Stammesführer der Aborigines, erklärte am Freitag, der Bumerang sollte genau an den Ort zurückgebracht werden, wo Cook seinerzeit erstmals mit Ureinwohnern zusammentraf. Dies wäre ein historisches Symbol der Harmonie zwischen der alten und der neuen Kultur Australiens. Cook ging damals im heutigen Kurnell, einem Vorort von Sydney, an Land und gründete an dieser Stelle die erste britische Kolonie.

Die Regierung erwägt laut Kulturminister Peter Garrett, den Bumerang von den Nachfahren Cooks zu kaufen. Der Parlamentsabgeordnete Scott Morrison forderte indessen Großbritannien auf, die Waffe zu erwerben und den Australiern als Zeichen der Freundschaft und historischen Verbindung zu schenken. (APA/AP)

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