Medienkooperationen: Neue Vorwürfe gegen Faymann

21. August 2008, 13:20
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Ministerium soll als Kunde aufgetreten sein - "News"-Sonderbeilage über Südbahnhof kostete 73.080 Euro - ÖVP: "Faymann lügt"

Vorwürfe gegenüber Verkehrsminister und SPÖ-Obmann Faymann erheben das BZÖ und die ÖVP im Zusammenhang mit umstrittenen Medienkooperationen mit der ÖBB. Demnach soll eine Rechnung für eine Sonderbeilage im "News" das Ministerium als Kunden der ÖBB CI M Werbeagentur ausweisen. Bisher hatte Faymann betont, die Werbeschaltungen seien allein durch die ÖBB in Auftrag gegeben worden.

Die Sprecherin Faymanns wies die Vorwürfe zurück. "Volle Kraft auf Schiene", so der Titel des Interviews im "News Extra", in dem Faymann und Wiens Verkehrsstadtrat Rudi Schicker umfassend zu Wort kommen. Geschichten wie "Wiens neuer Super-Bahnhof öffnet Grenzen" durften unter anderem ebenfalls nicht fehlen.

Kosten für die Sonderbeilage: 73.080 Euro

Die Rechnung der Verlagsgruppe News ist mit 23. Juni 2008 datiert, fast genau ein Jahr, nachdem die Sonderbeilage die Leser erreicht hatte. Als Kunde der Werbeagentur wird das Ministerium ausgewiesen, als "Konzern" die Bundesregierung. Kosten für die Sonderbeilage: 73.080 Euro.

Laut Verkehrsministerium sei das besagte Extra eine reine Kundeninformation von News und ÖBB an alle Bahnfahrer zum neuen Wiener Hauptbahnhof. "Weder in Wort noch Bild taucht Faymann auf", erklärte die Pressesprecherin.

Der steirische BZÖ-Spitzenkandidat Grosz sprach von einer "unfassbaren und ungenierten Verluderung der Sitten", die sich hier unter Faymann auftuen würden. Für Jubelbeilagen des Ministers in den Zeitungen würden ÖBB-Kunden "ungeniert zur Kasse gebeten".

ÖVP bezichtigt Faymann der Lüge

"Faymanns Lügen und Verstrickungen kommen im Stundentakt", zog ÖVP-Staatssekretär Lopatka am Donnerstag gegen den SPÖ-Spitzenkandidaten los. Faymann habe beteuert, in den entsprechenden Sonderbeilagen nicht vorzukommen. Eine Beilage im Nachrichtenmagazin "News" belege laut Staatssekretär aber das Gegenteil. Dieser meint weiter, dass eine Offenlegung dieser dubiosen Medienkooperationen daher unverzüglich gefordert sei. (APA)

 

 

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