VIG-Chef Geyer: Anteilserhöhung vorstellbar

21. August 2008, 13:04
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Bei einem "überzeugenden" Konzept kann sich Vienna-Insurance-Group-Chef Günter Geyer eine Aufstockung des Anteils der Versicherung vorstellen

Wien - Bei einem "überzeugenden" Konzept für die Zukunft der Austrian Airlines (AUA) kann sich Vienna-Insurance-Group-Chef Günter Geyer eine Aufstockung des Anteils der Versicherung vorstellen, bekräftigte Geyer am Donnerstag. In welchem Ausmaß dies denkbar sei, hänge vom Konzept ab. Derzeit ist die VIG im jetzigen Österreich-Konsortium aus Banken und Versicherungen mit 1,4 Prozent beteiligt. Bis Jahresende soll die AUA an einen strategischen Airline-Partner verkauft sein, dabei aber eine 25-Prozent-Sperrminorität in heimischer Hand bleiben. Beste Einstiegschancen werden der deutschen Lufthansa gegeben.

An gutgehenden Unternehmen beteilige sich die Vienna Insurance Group mit Anteilen zwischen 1 und 9 Prozent, "üblicherweise mit 3 bis 6 Prozent", sagte Geyer. Ein Engagement an der oberen Grenze sei "nur bei einem faszinierenden, guten Konzept" für die AUA inklusive einer Absicherung für den Standort des Flughafens Wien-Schwechat vorstellbar: "Unsere Denkweise ist eine kaufmännische."

Die AUA sei für die VIG "nicht nur ein Thema der Fluglinie an sich", es gehe auch um den Konnex zum Wirtschaftsraum in Ostösterreich, dem Flughafen und dem Raum Bratislava-Wien insgesamt.

Verwunderung über die Kursänderung

Verwundert zeigte sich Geyer am Donnerstag beim Halbjahrespressegespräch der Versicherung über die Kursänderung bei der AUA in den vergangenen Monaten. Das Thema habe "im letzten halben Jahr eine überaschende Entwicklung genommen". Erst habe es geheißen, die Airline sei gut unterwegs, jetzt müsse sie doch verkauft werden, "das verstehen wir nicht ganz". Jedenfalls benötige die AUA einen "geeigneten" Partner, so der VIG-Chef. Im Gespräch waren zuletzt außer der Lufthansa auch Air France-KLM, Air China und Turkish Airline. Hindernis bei Air France wäre ein teurer Allianz-Wechsel.

Die VIG gehört auf AUA-Eigentümerseite - neben weiteren Versicherungen und Banken sowie der ÖIAG - dem "Österreich-Syndikat" an. Dabei hält die staatliche Beteiligungsholding ÖIAG derzeit 42,75 Prozent, Banken und Versicherungen zusammen 6 Prozent (darunter Raiffeisen 3,43 Prozent und die indirekt der Bank Austria zugerechnete LVBG 2,41 Prozent). (APA)

 

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