Melodien identifizieren mit Online-Hilfe

21. August 2008, 12:38

Datenbank Musipedia mit effizientem Suchmodus

Wien - Ohrwürmern auf die Spur kommen: Mit der Suchmaschine Musipedia.org lassen sich Musikstücke finden, selbst wenn nur ein Bruchteil von ihnen bekannt ist. "Man kann, wenn man eine Melodie im Kopf hat, diese auf der Webseite eingeben, und so herausfinden, aus welchem Musikstück sie stammt", so Rainer Typke vom Austrian Research Institute for Artificial Intelligence (ÖFAI) bei einer Präsentation in Wien. Im Rahmen eines Projekts entwickelte Typke die Methode des "Vantage Indexing", welche bei Musipedia angewandt wird.

Herkömmliche Suchmaschinen verwenden sogenanntes "Audio-Fingerprinting" und können damit nur genau die Aufnahme erkennen, die in ihre Datenbank eingespeist wurde, aber keine anderen Aufnahmen desselben Musikstücks. Bei Musipedia hingegen kann ein Teil eines Musikstückes oder ein Rhythmus vorgepfiffenen oder durch eine virtuelle Klaviatur eingegeben werden. Die Grundidee des "Vantage Indexing" ist, für jeden Datenbankeintrag den Abstand zu einigen wenigen "Vantage Objekten" zu berechnen. Damit sei "die Möglichkeit gegeben, die ähnlichste Melodie auf effiziente Weise zu finden."

Die Datenbank enthält zwei Sammlungen. Zum einen gibt es 30.000 "Themen", d.h. ein paar Takte einer Melodie, zum anderen gibt es 100.000 komplette Musikstücke, nämlich MIDI-Dateien, die aus dem Internet automatisch eingespeist wurden, erläutert Typke. Der Projektleiter sieht verschiedene Einsatzmöglichkeiten, beispielsweise könne man Multimedia-Datenbanken auf diesem System aufbauen: "Ich kann mir aber auch vorstellen, das System in eine Stereoanlage einzubauen. Sie brauchen dann der Anlage nur ein paar Takte vorsingen und die könnte dann dieses Stück automatisch raussuchen und abspielen". (APA)

 

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