Porträt: Die Fädenzieherin im Hintergrund

21. August 2008, 12:10
5 Postings

Maria-Elisabeth Schaefflers Urgroßvater gründete Skoda mit - Seit April sitzt die Auslandsösterreicherin im ÖIAG-Aufsichtsrat

Herzogenaurach/Wien  - "Sie ist schön, sie ist klug - und unglaublich reich", charakterisiert die deutsche "Abendzeitung" die Auslandsösterreicherin Maria-Elisabeth Schaeffler (66), deren INA-Gruppe soeben grünes Licht für den Einstieg beim doppelt so großen Autozulieferer Continental erhalten hat.

4,75 Mrd. Euro nennt Schaeffler nach Schätzung des "manager magazins" ihr Eigen - um 750 Millionen Euro soll sie im letzten Jahr ihr Vermögen vergrößert haben. Das US-Finanzmagazin Forbes schätzt das Vermögen der Familie auf 8,5 Mrd. Dollar (5,37 Mrd. Euro). Sie belegte damit Platz 104 im diesjährigen Milliardärs-Ranking des Magazins. In Deutschland zählen die Schaefflers zu den achtreichsten Familien, in Österreich zu den viertreichsten.

Mit 21 Jahren lernte die Wienerin, deren Urgroßvater den Autokonzern Skoda mitbegründet hatte und deren Vater Generaldirektor der Ersten Allgemeinen Versicherung war, den 48-jährigen Industriellen Georg Schaeffler kennen. Der hatte 1949 den Nadelkranz erfunden, dessen Durchbruch in der Automobilindustrie zur Erfolgsgeschichte des Wälzlagerherstellers INA führte.

Seit seinem Tod 1996 führt die Unternehmerwitwe das größte deutsche Industrieunternehmen in Familienbesitz. Durch die Übernahme des Konkurrenten FAG Kugelfischer 2001 hat die "listige Witwe" ("Manager Magazin") den größten Wälz- und Gleitlagerproduzenten der Welt geschmiedet. Die weltweit 86.000 Mitarbeiter erwirtschafteten im Jahr 2007 einen Umsatz von 8,9 Mrd. Euro. Im März wurde ein neues Werk im niederösterreichischen Berndorf eröffnet.

Schaeffler, die eigentlich Ärztin werden wollte, gilt als großzügige Kunstmäzenin und als beinharte Unternehmerin. Sohn Georg, der am Unternehmen mitbeteiligt ist, arbeitet als Anwalt in Dallas und wird später den Konzern führen. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Maria-Elisabeth Schaeffler, die eigentlich Ärztin werden wollte, gilt als großzügige Kunstmäzenin und als beinharte Unternehmerin.

Share if you care.