Tote Hose bei Beate Uhse

21. August 2008, 11:58
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Der Erotikkonzern will künftig auch an Tankstellen verkaufen, BP hat jedoch "nicht einmal annähernd" Interesse, auch die OMV winkt ab

Wien  - Der Erotikkonzern Beate Uhse will nun auch im Tankstellengeschäft und in den Drogeriemärkten zugreifen, sagte Geschäftsführer Herbert Derkits dem "WirtschaftsBlatt" (Donnerstagsausgabe). Auch die Expansion nach Kroatien, Slowenien, Rumänien und Bulgarien schreite zügig voran. Das Geschäft mit der Erotik blühe hierzulande. Beate Uhse Österreich hat im Vorjahr 20 Mio. Euro umgesetzt und hofft durch die neuen Geschäftsideen auf weiteres Wachstum, heißt es im Bericht.

Die möglichen Partner von Beate Uhse Österreich im Tankstellen- und Drogeriemarkt wollen jedoch großteils wenig davon wissen. Der Drogeriemarkt dm wollte laut "WirtschaftsBlatt" keinen Kommentar abgeben. Der zur REWE Group gehörende Drogeriemarkt Bipa ist laut Eigenangaben noch nicht vom Erotikhändler informiert worden. Bei BP wird man etwas konkreter: Laut Retail-Leiter Luc Devriese ist BP "nicht einmal annähernd" interessiert.

"Wir starten durch"

Zu den Viva-Shops passe das Sortiment nicht, sagte OMV-Sprecher Thomas Huemer der Zeitung. Den stellvertretenden Obmann der Sparte Tankstellen in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Harald Pfleger, wundern die verhaltenen Reaktionen nicht. Es gebe gesetzliche Handicaps und einen Gegentrend: Die Tankstellen der OMV hätten das Sexmagazin ÖKM ausgelistet. Harald Pfleger vom Tankstellenlieferanten Shop Top Service ist da anderer Meinung: "An bestimmten Standorten kann ich mir Beate Uhse in der Tankstelle durchaus vorstellen", sagte er dem "WirtschaftsBlatt".

Auch Beate-Uhse-Geschäftsführer Derkits ist überzeugt: "In 12 bis 14 Monaten starten wir voll durch. Die Konzerne trauen sich halt noch nicht in die Öffentlichkeit." Die Österreich-Niederlassung von Beate Uhse ist von der deutschen Gruppe losgelöst. In Deutschland spürt der Erotikkonzern die allgemein gebremste Kauflust. Im Vorjahr hat der Konzern einen Verlust von rund 13 Mio. Euro eingefahren. Seit Jahresanfang hat der Erotikhändler sieben Shops in Deutschland geschlossen. Damit hat die Erotikkette nun noch 152 Filialen. (APA)

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    Beate Uhse stößt mit den neuen Geschäftsideen auf wenig Gegenliebe.

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