"Konstanz wird entscheidender Faktor"

21. August 2008, 10:55
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Hamilton weiß, wie er Weltmeister werden kann - Brite am neuen Stadt­kurs von Valencia Favo­rit - Massa hofft auf mehr Glück als in Budapest

Valencia - Lewis Hamilton möchte am Sonntag bei der Formel-1-Premiere in Valencia seine WM-Führung ausbauen. "Die WM neigt sich schön langsam dem Ende zu. Konstanz wird jetzt der entscheidende Faktor im Titelrennen sein", meinte der 23-jährige McLaren-Mercedes-Pilot, der in der WM-Wertung nach elf der 18 Saisonrennen mit 62 Punkten vor Weltmeister Kimi Räikkönen (Ferrari/57), Felipe Massa (Ferrari/54) und Robert Kubica (BMW-Sauber/49) führt.

Für den Briten spricht auf dem brandneuen und 5,44 km langen Hafen-Kurs nicht nur die aktuelle Form, sondern auch seine Klasse bei Stadtrennen, die er auf Kursen wie Monaco oder Macau bereits mehrfach eindrucksvoll unter Beweis gestellt hat. Für die Silberpfeile wäre es bereits der vierte Sieg in Serie, vor der dreiwöchigen Sommerpause hatte es McLaren-Triumphe durch Hamilton in Silverstone und Hockenheim sowie durch Heikki Kovalainen in Budapest gegeben.

Doch Hamilton, der seine Batterien bei einem Kurzurlaub aufgeladen hat, weiß aus eigener Erfahrung, wie schnell in der Formel 1 Punkte weg sein können. Deshalb sind für ihn auch fünfte Plätze wie jener zuletzt in Budapest von großer Bedeutung. "In Budapest hat man gesehen, wie wichtig es ist, ins Ziel zu kommen und Punkte zu sammeln. Ich möchte unbedingt in Valencia gewinnen. Aber das Wichtigste ist nicht ein einziges Rennen, sondern das Gesamt-Bild, also die Weltmeisterschaft", weiß Hamilton, dessen Ziel ganz klar die WM-Krone ist.

"Für einen Stadtkurs schaut es ziemlich schnell aus"

Sein Teamkollege Kovalainen weist zwar als WM-Sechster 24 Punkte Rückstand auf Hamilton auf, hat jedoch nach seinem Premierensieg in Ungarn Lunte gerochen. "Ich habe jetzt mehr Selbstvertrauen und traue mir zu, dass ich in den verbleibenden Saisonrennen konstant vorne mitfahren kann. Mein Ziel ist, weitere Rennen zu gewinnen", erklärte der Finne, dessen erstes Urteil über Valencia folgendermaßen lautete: "Für einen Stadtkurs schaut es ziemlich schnell aus."

Während Kovalainen der große Glücksritter von Budapest war, war Massa der große Pechvogel. Drei Runden vor Schluss hatte der Brasilianer in Führung liegend wegen eines Motorschadens aufgeben müssen. "Der Ausfall war natürlich ganz bitter. Ich hoffe, dass ich dafür in Valencia vorne lande", erklärte Massa, der mit einem Sieg sogar an die WM-Spitze vorgestoßen wäre. Dorthin will natürlich auch wieder Weltmeister Räikkönen, der sich jedoch auf jede Menge Arbeit in Valencia vorbereitete: "Das wird ganz sicher ein hartes Rennen." Zuversichtlich macht Ferrari, dass man punkto Speed zumindest gleichauf mit McLaren in die Sommerpause gegangen war.

Gespannt blicken auch die Teambosse der Premiere in Valencia entgegen. "Ich bin sicher, dass dies keine Harakiri-Strecke ist", erklärt Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug, räumte aber ein, dass er wegen der speziellen Strecken-Charakteristik mit Unfällen und Unterbrechungen bereits im Training sowie Safety-Car-Phasen während des Rennens rechne. "Das muss man in die Strategie einplanen." (APA/Reuters/dpa)

 

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